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Coronavirus in Frankfurt

Sorge in chinesischer Gemeinde am Main steigt

Aktualisiert am 03.02.2020
 - 15:24
Ankunft am Frankfurter Flughafen: Rückkehrer aus dem chinesischen Risikogebiet.
Der Zustand der beiden Coronavirus-Patienten in Frankfurt ist weiterhin gut. Allerdings haben viele Chinesen hierzulande Angst vor dem Virus. Ihr soziales Leben in der Mainmetropole steht nahezu still.

Den beiden mit dem Coronavirus infizierten Patienten an der Frankfurter Uniklinik geht es weiterhin gut. „Sie sind beide symptomfrei, es sind gesunde Menschen“, sagte der Leiter Gesundheitsamt Frankfurt, René Gottschalk, am Montag. Allerdings müssten sie auf der Isolierstation bleiben, bis sie virenfrei sind. Da es sich um einen neuen Virus handelt, könne er nicht sagen, wie lange das dauert. Aber: „Dass die beiden überhaupt keine Symptome haben, weist auf ihre gutes Immunsystem hin. Somit gehe ich davon aus, dass der Spuk für die beiden bald vorüber ist.“

Die zwei Patienten waren gemeinsam mit mehr als 120 weiteren Passagieren am Wochenende mit einem Bundeswehrflugzeug aus der besonders stark vom Virus betroffenen Stadt Wuhan zurückgeholt, die als Ursprungsort der Epidemie mit Hunderten Toten und Tausenden Erkrankten in China gilt.

Infizierte in der Quarantäne-Einrichtung

Sie und fast alle anderen Fluggäste waren nach der Landung am Samstag in Frankfurt auf den Erreger getestet worden. Als die Testergebnisse vorlagen, waren die beiden Infizierten bereits in der Quarantäne-Einrichtung im rheinland-pfälzischen Germersheim angekommen. Von dort wurden sie dann in die Klinik gebracht. In der Kaserne in Germersheim wurden die anderen Passagiere derweil am Montag zum zweiten Mal auf das Virus getestet. Mit Ergebnissen wird frühstens am Dienstag gerechnet.

Unterdessen zeigt das Coronavirus deutliche Auswirkungen auf das soziale Leben der in Frankfurt lebenden Chinesen. „Die Leute sind in großer Sorge“, sagt die Geschäftsführerin des Frankfurter Konfuzius-Instituts Christina Werum-Wang. „Sie gehen nicht vor die Tür, meiden Menschenansammlungen und sorgen sich um ihre Angehörigen in China.“ Zudem würden Menschen, die aktuell oder kürzlich aus China zurückgekommen sind, gemieden.

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Wuhan
Krankenhaus für Corona-Patienten nach acht Tagen fertig

„Nach meiner persönlichen Einschätzung sind die sozialen Folgen viel gravierender als die gesundheitlichen Auswirkungen“, sagte sie. Die Deutschen seien diesbezüglich entspannter. Am Samstag habe es beispielsweise ein Neujahrskonzert in der Community gegeben: Während zahlreiche Chinesen wegen des Virus zu Hause geblieben sind, habe es von den Deutschen keine Absagen gegeben.

Mehr als 360 Tote

Mit Blick manche Berichte in sozialen Netzwerke sagte Werum-Wang: „Ich würde mir wünschen, dass diese Panikmache aufhört. Das nutzt ja nichts“. Zudem sei es unfair, wenn das Coronavirus genutzt werde, um negative unsachliche Stimmung gegen China zu machen.

Im Zuge des aktuellen Corona-Ausbruchs starben in China bislang mehr als 360 Menschen. Die Zahl der bestätigten Infektionen kletterte dort auf über 17.000 Fälle. In Deutschland ist das Virus bei zehn Menschen nachgewiesen - bei den beiden Patienten im der Frankfurter Uniklinik, sowie bei acht Menschen in Bayern.

Das Konfuzius-Institut Frankfurt ist im September 2007 eröffnet worden. Als Sprach- und Kulturinstitute verfolge es ähnliche Aufgaben und Ziele wie zum Beispiel das Goethe-Institut, heißt es auf der Homepage. In Frankfurt leben nach Schätzung des Instituts etwa 12 000 Chinesen.

Quelle: dpa
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