FAZ plus ArtikelNot in Südafrika

„Mam, we are hungry“

Von Thilo Thielke
09.05.2020
, 16:21
Zum Überleben: In Nomzamo, einem Township vor den Toren Kapstadts, werden Grundnahrungsmittel für ganze Familien an 1250 Schüler verteilt.
Südafrika kämpft mit besonders harten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Viele Menschen haben keine Arbeit mehr, und vor allem Kinder hungern.
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Die Kinder auf dem Schulhof von Nomzamo, einem Township vor den Toren Kapstadts, stehen in Reih und Glied und singen die südafrikanische Nationalhymne. Sie beginnt mit einer Bitte: „Nkosi Sikelel‘ iAfrika“ – „Gott schütze Afrika“. Schon seit Wochen ist die Primary School geschlossen. Präsident Cyril Ramaphosa hatte Ende März seinem Volk einen der härtesten Lockdown der Welt verordnet. Die meisten Geschäfte sind seitdem geschlossen, der Verkauf von Alkohol und Zigaretten steht unter Strafe, in den Schulen des Landes herrscht gespenstische Leere.

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Immer wenn Schulleiterin Thandeka Fandese in den vergangenen Tagen durch das Armenviertel fuhr, folgten Kinder ihrem Wagen. Sie streckten die Hände aus und riefen: „Mam, we are hungry. Mam, we want food.“ Die Familien in Nomzamo sind arm und kinderreich. Schon vor dem Lockdown waren Jobs heißbegehrt, jetzt beziehen fast nur noch Beamte ein festes Einkommen. Doch Thandeka Fandese hat selbst nicht genug. Es reicht gerade, um ihre eigene Familie noch eine Weile durchzubringen. In ihrer Not hat die Einundfünfzigjährige die Hilfsorganisation Gift for the Givers um Unterstützung gebeten.

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