Komitee verkündet Absage

Wiener Ballsaison fällt dem Coronavirus zum Opfer

Von Stephan Löwenstein
Aktualisiert am 18.09.2020
 - 19:41
Ballgäste beim Wiener Opernball im Jahr 2018.
Eine halbe Millionen Besucher zog das Event im vergangenen Jahr in die österreichische Hauptstadt. Nun wurde die Absage für die kommende Saison verkündet. Einzig für den traditionellen Wiener Opernball gibt es noch Hoffnung.

Der Pandemie wird auch die Wiener Ballsaison 2020/21 zum Opfer fallen. Das hat das Komitee der Wiener Nobel- und Traditionsbälle auf einem Sondertreffen am Freitag Nachmittag entschieden. Die Veranstaltungen könnten unter den gegebenen Umständen nicht durchgeführt werden. „Alles andere als eine Absage wäre unverantwortlich“, sagte eine Sprecherin der Austria Presse-Agentur. Ganz überraschend kommt das nicht, Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte schon am Donnerstag Andeutungen in diese Richtung gemacht.

Gleichwohl bricht den Bewohnern der österreichischen Hauptstadt ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens damit weg – und zugleich ein Touristenmagnet und erheblicher Wirtschaftsfaktor. Vergangenes Jahr wurden Berechnungen der Wirtschaftskammer zufolge durch die 520.000 Ballbesucher Umsätze in der Höhe von 151 Millionen Euro erzielt.

„Dies steht der Grundidee eines Balls entgegen“

Abgesagt sind mithin unter anderem der Ärzteball, der Juristenball, der Ball der Offiziere, der Concordiaball sowie der Ball der Pharmazie. Der Jägerball wurde bereits abgesagt. Unklar ist noch, ob der Wiener Opernball stattfinden wird. Die Oper wollte dies am Freitag nicht kommentieren.

„Solange die Fallzahlen hoch, zuverlässige, schnelle und kostengünstige Tests und/oder eine Impfung nicht verfügbar sind, halten die Veranstalterinnen und Veranstalter die Umsetzung eines Balles für nicht verantwortbar“, hieß es. Die Bälle zu veranstalten sei durch die geltenden Einschränkungen aber ohnehin nahezu unmöglich.

So dürften etwa nur Personen miteinander tanzen, die im selben Haushalt leben, und zu allen anderen Ballbesuchern sei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten. „Dies steht der Grundidee eines Balls entgegen und es ist kaum vorstellbar. Uns ist die Entscheidung aber natürlich sehr schwer gefallen“, sagte die Sprecherin.

Quelle: FAZ.NET
Autorenportät / Löwenstein, Stephan
Stephan Löwenstein
Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.
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