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Den Verstümmelten helfen

Von David Kampmann
Aktualisiert am 02.06.2020
 - 07:42
Spezialist für Plastische und Ästhetische Chirurgie: Dan mon O’Dey
Dan mon O’Dey operiert beschnittene Frauen und stellt ihre Genitalien wieder her. Er versucht den Frauen, die das grausame Beschneidungsritual erlitten haben, wieder ein normales Sexualleben zurückzugeben.

Dan mon O’Dey ist Chefarzt am Aachener Luisenhospital und hat sich darauf spezialisiert, Frauen zu helfen, die Opfer genitaler Verstümmelung geworden sind. In aller Welt sind das laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation mehr als 200 Millionen. Die Motive für das Ritual, das vor allem in Afrika südlich der Sahara, aber auch in einigen arabischen und asiatischen Ländern praktiziert wird, sind unterschiedlich. Mal glaubt man, dies sei hygienischer, mal glaubt man verhindern zu müssen, dass die Klitoris ins „Übernatürliche“ wächst, mal sieht man es als Initiationsritual, mit dem die Frau überhaupt erst zur Frau werde. „Wenn man es auf einen Nenner bringt, dann geht es um sexuelle Kontrolle“, sagt O’Dey. Am weiblichen Geschlecht werde eine Funktionseinschränkung vorgenommen.

Der gebürtige Bremer O’Dey hat sich schon lange mit dem Thema auseinandergesetzt. Seit 2000 arbeitet er als Arzt, seit 2014 ist er am Luisenhospital tätig. Lange habe es kaum Behandlungsmethoden gegeben, sagte er: „Jedenfalls nichts, was mich anatomisch zufriedengestellt hätte.“ O’Dey hatte intensiv zur anatomischen Rekonstruktion nach einer Tumorerkrankung geforscht. Patientinnen, denen wegen eines Tumors Teile der äußeren Genitalien entfernt worden waren, sollten diese durch die Operation wiedergewinnen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kampmann, David
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