FAZ plus ArtikelTipps einer Hebamme

Wie sinnvoll ist Dauerstillen?

Von Jennifer Wiebking
Aktualisiert am 23.11.2020
 - 10:21
Hebammen sollen Mütter unterstützen, manche verunsichern aber auch.
Immer stillen, wenn das Baby schreit? Hebamme Ulrike Le Guern plädiert stattdessen für Rhythmus, Ruhe und Regelmäßigkeit – was nebenbei dazu beiträgt, dass alle entspannter sind.

Das erste Wort, das Ulrike Le Guern sagt, wenn man sie fragt, was ein Neugeborenes in den ersten Wochen braucht, ist: Rhythmus. Das zweite ist Ruhe. Das dritte ist Regelmäßigkeit, was man zunächst als ein Synonym von Rhythmus verstehen könnte. Ulrike Le Guern aber schaut genauer hin und sieht einen Unterschied. Sie ist Hebamme.

Rhythmus, Ruhe und Regelmäßigkeit, diese drei Stichwörter könnten auch der Mutter helfen. Für sie sind Nachsorge-hebammen schließlich auch da. Nach der Geburt stehen sie Mutter und Kind zur Seite, damit sie in einen neuen Alltag finden. Hebammen sind wichtig, es gibt viel zu wenige, und wer keine hat, dem fehlt mehr als jemand, der in den ersten Wochen alle paar Tage den Bauchnabel des Säuglings überprüft. Und dennoch wissen besonders Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, hin und wieder verunsichernde Geschichten erzählen.

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So schafft man Regelmässigkeit

So schafft man Regelmässigkeit Beim Weinen auf die Uhr schauen Klingt härter, als es gemeint ist. Auch Ulrike Le Guern sagt, man solle Kinder nicht schreien lassen. Sie rät: „Beim Kind bleiben, streicheln, aber abwarten und auf die Uhr schauen.“ So könne man schnell ein Muster erkennen. Kinder schreien demnach häufig in Intervallen. Nach der dritten Phase schlafen sie meistens ein. Halten, nicht wiegen „Eltern bleiben häufig nicht ruhig stehen, wenn sie ein Kind auf dem Arm halten, sondern wippen und wiegen es“, sagt Ulrike Le Guern. Wer einfach ruhig stehen bleibt, bekäme sein Kind aber häufig schneller beruhigt. „Die Kinder brauchen die Ruhe der Mutter.“ Wann die Baby-Trage? „Braucht man die Trage, um das Baby zum Einkaufen mitzunehmen, um mit dem Hund über Stock und Stein oder mit den anderen Kindern auf den Spielplatz zu gehen? Dann ist sie berechtigt“, meint Le Guern. „Braucht man die Trage, damit das Kind darin einschläft, dann ist das der falsche Weg.“ Kinder müssten lernen, ohne Beschäftigung einzuschlafen. Acht, gute Nacht! Ulrike Le Guern sagt dazu „latest point“ – für die Übervierjährigen. Die späte Schlafenszeit ist häufig vom Feierabend des Vaters bestimmt. Sie plädiert für 18.30 Uhr, 19 Uhr. „An Kindern ist abzulesen, wann sie müde werden. Sie reiben sich die Augen und werden quengelig. Wenn sie dann nicht schlafen gelegt werden, drehen sie häufig noch mal richtig auf.“ jwi
Quelle: F.A.S.
Jennifer Wiebking - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jennifer Wiebking
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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