FAZ plus ArtikelInterview zu Pornosucht

„Sex ist heute ein Konsumprodukt“

Von Leonie Feuerbach
01.04.2021
, 06:19
Der Pornokonsum wächst im Lockdown weltweit.
In ihrer Praxis erlebt Heike Melzer die psychischen und physischen Folgen zwanghaften Pornokonsums. Die Corona-Krise verstärke das Problem, sagt die Sexualtherapeutin.

Frau Melzer, Sie befassen sich als Sexualtherapeutin mit der Sucht nach Sexfilmen im Netz. Ist der Pornokonsum nach einem Jahr Corona-Krise gestiegen?

Ja, nachweislich. Das sieht man etwa bei Pornhub Insights, also den Statistiken dieser Pornowebsite. Die zeigen, dass es eine zehn- bis zwanzigprozentige Zunahme weltweit bei jedem Lockdown gab. Das ist ja auch klar: Porno ist Entspannung, Belohnung, Ausgleich für alles, was ausfällt: Freunde treffen, essen gehen, Theater, Urlaub. Manche essen mehr – es gibt ja schon den Begriff der Corona-Kilos –, andere konsumieren mehr Pornos. Aber auch vor Corona waren unter den Top-30-Websites in Deutschland fünf pornographische.

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Autorenporträt / Feuerbach, Leonie
Leonie Feuerbach
Redakteurin in der Politik.
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