FAZ plus ArtikelFrüherkennung von Krebs

Der Verbraucher ist vor Unfug nicht geschützt

Von Eva Schläfer
26.11.2021
, 16:03
 Lassen sich Tumorzellen künftig verlässlich per Blutanalyse erkennen?
Ein Bluttest, der mehr als 40 Krebsarten im frühen Stadium erkennen kann? Dieses Versprechen machte unsere gesundheitsbewusste Autorin neugierig. Doch es gibt wissenschaftlich seriösere Wege.
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Was meine Gesundheit angeht, bin ich eine totale Streberin. Ich habe in meinem Leben keine einzige Zigarette geraucht. Ich trinke kaum Alkohol, ich esse kein Fleisch. Ich bewege mich so viel, wie es die WHO empfiehlt. Trotzdem weiß ich, dass ich keine Garantie habe, niemals schwer zu erkranken. Deshalb gehe ich zu jeder Krebsvorsorge, die von den Krankenkassen übernommen wird. Ich finde es sinnvoll, diese Screenings mitzumachen, bei denen ich unter vorausschauendem Gesichtspunkt untersucht werde, nicht wegen eines bereits bestehenden Verdachts. Bislang ist das auch noch keine wirkliche Herausforderung, noch bin ich unter 50. Denke ich an meine erste Darmspiegelung, wird mir schon jetzt ein wenig flau. Aber auch sie werde ich selbstverständlich machen lassen.

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Als ich den Sommer über immer mal wieder Werbeposts in meinem Insta­gram-Account angezeigt bekomme, die für einen Bluttest trommeln, der mehr als 40 Krebsarten in einem frühen Stadium erkennen können soll, nehme ich das aufmerksam wahr. Einer dieser Posts wirbt mit der Aufforderung „Ab zur Krebsvorsorge!“. Der Satz ist auf ein gelbes Schild geschrieben – jenes gelbe Schild, auf dem normalerweise Städte­namen stehen. Untendrunter lese ich: „Für 30-39-Jährige aus Darmstadt und Umgebung“. Über dieser Altersgruppe liege ich jetzt wiederum darüber, aber dann wird er für mich ja erst recht gedacht sein, denn das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Weitere Einschränkungen kann ich nicht erkennen, denn: Frankfurt liegt ja in der Umgebung von Darmstadt. Ich beschließe also, mir diesen Test genauer anzuschauen.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Schläfer, Eva
Eva Schläfer
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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