Geflügelpest

80 Millionen Hühner getötet

13.02.2004
, 11:17
Immer mehr Hühner werden getötet
Trotz der millionenfachen Tötung von Hühnern ist die in Asien grassierende Vogelgrippe nach Angaben der Vereinten Nationen in mehreren Ländern noch lange nicht unter Kontrolle.
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Trotz der millionenfachen Tötung von Hühnern ist die in Asien grassierende Vogelgrippe nach Angaben der Vereinten Nationen in mehreren Ländern noch lange nicht unter Kontrolle. So meldeten Kambodscha, China, Indonesien und Laos weiterhin neue Ausbrüche der Viruskrankheit, teilte die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) am Freitag in Bangkok mit. Bislang seien im Kampf gegen die Krankheit in der Region rund 80 Millionen Hühner getötet worden, rund 60 Millionen davon in Vietnam und Thailand.

Vor allem ärmere Länder hätten wegen mangelnder Ausstattung mit qualifiziertem Personal und Diagnosemöglichkeiten nur langsam auf die Vogelgrippe reagiert, hieß es weiter. In Thailand und Vietnam starben bislang mindestens 19 Menschen an dem Erreger der Geflügelpest: 14 in Vietnam und fünf in Thailand. Die Vogelgrippe grassiert in mindestens zehn asiatischen Ländern.

Vietnam scheitert beim Kampf gegen das Virus

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezweifelte derweil, daß die vietnamesische Regierung ihr Ziel erreicht, die Tierseuche bis zum Ende des Monats völlig auszumerzen. „Wir glauben, daß es mehrere Monate, wenn nicht einige Jahre dauern wird, bis sie völlig unter Kontrolle ist“, sagte WHO-Sprecherin Maria Cheng in Hanoi.

China bestätigte unterdessen sieben weitere Ausbrüche der Vogelgrippe, darunter den Tod von schwarzen Schwänen in einem Wildpark. Die Tiere in dem Wildpark der südchinesischen Stadt Shenzhen seien auch an dem Virus H5N1 verendet, berichtete das Landwirtschaftsministerium in Peking. Wie sich die Schwäne angesteckt haben können, blieb offen. Menschliche Infektionen sind in China noch nicht bekannt. Aus etwa 47 Orten in 14 der 31 Provinzen sind bereits Fälle gemeldet worden, von denen inzwischen mehr als die Hälfte auch offiziell bestätigt sind. Neue Verdachtsfälle sind am Freitag aber nicht berichtet worden.

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In Hongkong soll sämtliches Federvieh geschlachtet werden, sobald der erste Fall der gefährlichen Geflügelpest bekannt wird. „Wir werden alles lebende Geflügel schlachten, um die Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern und die Gefahr menschlicher Ansteckungen zu minimieren“, erklärte eine Regierungssprecherin der ehemaligen britischen Kronkolonie. Sobald das Virus H5N1 bei einem toten Huhn oder der verwandte Erreger bei einem Menschen festgestellt werde, würden sämtliche Zuchtbetriebe, Großhändler und Märkte zum Infektionsgebiet erklärt und die Tierschlachtungen begonnen. Davon wären schätzungsweise 2,7 Millionen Stück Federvieh betroffen.

Mediziner suchen nach Gründen

Zwei Monate nach Ausbruch der Geflügelpest in Asien liegt jetzt die erste Patientenstudie vor. Demnach treten die ersten Symptome wie Fieber und Husten nach relativ kurzer Inkubationszeit von etwa drei Tagen auf, wie die WHO am Freitag mitteilte. Die Erhebung beruht auf den klinischen Daten von zehn Vogelgrippe-Kranken in Vietnam. Bei den untersuchten Patienten handelte es sich laut WHO um drei Bauern und sieben Kinder, von denen die meisten vermutlich auf Farmen oder zu Hause Kontakt mit erkrankten Hühnern und Enten hatten.

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Die grippeähnliche Erkrankung dauert demnach in der Regel etwa eine Woche und geht oft mit Durchfall einher. Die Kranken leiden unter Fieber zwischen 38,5 und 40 Grad, wie die WHO auf ihrer Web-Seite mitteilte. Die Sterblichkeitsrate in der untersuchten Gruppe sei sehr hoch, hieß es weiter: Acht der zehn Patienten seien gestorben. Die Stichprobe sei jedoch zu gering, um repräsentative Aussagen über den vollen Umfang der Krankheit treffen zu können. Möglicherweise würden schwächer verlaufende Fälle von Geflügelpest von Ärzten häufig nicht als solche erkannt. Andere Erkrankungen könnten unentdeckt bleiben, weil die Patienten keinen Arzt aufsuchten, erklärte die WHO.

Europa will Maßnahmen abstimmen

Die europäischen Gesundheitsminister wollen ihre Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Vogelgrippe aufeinander abstimmen. „Wir brauchen einen Informationsaustausch, um koordiniert handeln zu können“, sagte der französische Gesundheitsminister Jean-François Mattéi nach einem Treffen mit seinen europäischen Kollegen am Donnerstagabend in Brüssel. In einem Redetext von EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne hieß es, die EU-Kommission werde bald ein Arbeitspapier vorlegen, in dem der Stand der Vorbereitungen und die geplanten Abwehrmaßnahmen gegen eine mögliche Epidemie dargelegt werden. Besonderes Augenmerk liege dabei „auf der Verfügbarkeit von Impfstoffen und antiviralen Wirkstoffen.“

Quelle: @cop mit Material von dpa, AP, AFP
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