Geflügelpest

Künast verschärft Meldepflicht für Geflügelbestände

06.02.2004
, 17:30
Forschen gegen die Vogelgrippe
Um eine Ausbreitung der Geflügelpest in Deutschland zu verhindern, hat das Verbraucherministerium eine Eilverordnung erlassen. Sterben ungewöhnlich viele Tiere, müssen Geflügelhalter die Behörden informieren.
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Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat zum Schutz gegen die in Asien grassierende Vogelgrippe eine Meldepflicht für alle Geflügelbestände in Deutschland erlassen. Sie soll am Sonntag in Kraft treten. Wenn ein Geflügelbestand innerhalb von 24 Stunden erhöhte Verluste aufweist, ist der Tierhalter zur Anzeige verpflichtet. Dies gilt bei Beständen bis zu 100 Stück Geflügel bereits bei drei Tieren, bei größeren Beständen, wenn mehr als 2 Prozent betroffen sind. In diesen Fällen ist Seuchenverdacht anzuzeigen und eine Untersuchung auf Influenza-A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu veranlassen. Die Eilverordnung verpflichtet zur Anzeige von Enten-, Gänse-, Fasanen-, Rebhühner-, Wachtel-, und Taubenhaltungen. Für Hühner gilt bereits eine Anzeigepflicht nach der Viehverkehrsordnung.

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Zudem haben Geflügelhalter künftig ein Register zu führen, in dem Zu- und Abgänge mit Namen und Anschrift des Transportunternehmers, des bisherigen Besitzers sowie des Erwerbers einzutragen sind. EU-weit gilt ein Importverbot für kommerzielle wie private Einfuhren von Geflügel aus zehn asiatischen Ländern.

Mittlerweile 18 Tote

Mit zwei neuen Todesfällen in Vietnam hat sich die Zahl der Geflügelpest-Opfer in Asien offiziell auf 18 erhöht. Ein sechs Jahre altes Mädchen und ein 24jähriger Mann seien in Ho-Chi-Minh-Stadt gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag mit. Taiwan meldete am Freitag neue Infektionsherde der Vogelgrippe. In acht Hühnerfarmen wurde nach Angaben der Behörden der etwas weniger gefährliche Virenstamm H5N2 entdeckt. Zuletzt hatte das Land am 29. Januar neue Virusherde gemeldet. Die Behörden ordneten am Freitag die Tötung von rund 230.000 Hühnern innerhalb von drei Tagen auf den Farmen an der Westküste der Insel an. am Vortag hatte Künast Geflügelhalter und Verbraucher zu besonderer Sorgfalt aufgerufen, um ein Einschleppen der Geflügelpest nach Deutschland zu verhindern. EU-weit gilt ein Importverbot für kommerzielle wie private Einfuhren von Geflügel aus zehn asiatischen Ländern.

Schweine werden in Hanoi zum Markt gebracht
Schweine werden in Hanoi zum Markt gebracht Bild: REUTERS

Das Virus auch bei Schweinen gefunden

Die Welternährungsorganisation (FAO) sieht entgegen vorheriger Angaben keine Belege für ein erstmaliges Auftreten des Vogelgrippe-Virus bei Schweinen. Zuvor hatte ein FAO-Sprecher in Vietnam auf Basis vorläufiger Tests erklärt, die in Asien grassierende Krankheit habe sich auch auf Schweine ausgebreitet. Am Sitz der Organisation in Rom wies ein Sprecher den Bericht seines Kollegen jedoch zurück.

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Die Welttiergesundheitsorganisation (OIE) teilte mit, sie wäre nicht überrascht, wenn auch bei Schweinen das auch für den Menschen lebensgefährliche H5N1-Virus festgestellt würde. In einer Stellungnahme der OIE hieß es, Schweine seien potentiell sehr anfällig für den Virus der Vogelgrippe. Daher habe die Nachricht aus Vietnam auch keine Überraschung dargestellt.

Wandervögel könnten Neuinfektionen bringen

In Taiwan könnte der Virus nach Einschätzung des Amtes für Quarantäne durch Wandervögel zu den neuen Infektionsherden gelangt sein. Darauf ließen die Standorte der Geflügelfarmen mit den neuen Infektionen schließen, sagte eine Sprecherin. Die Meldung von den neuen Virusherden machte Hoffnungen in Taiwan, die Grippe sei eingedämmt, wieder zunichte.

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Nach thailändischen Regierungsangaben tritt die Geflügelpest inzwischen nur noch an zwei Orten im Land auf, und zwar in zwei Bezirken der Hauptstadt Bangkok. Vor zwei Wochen habe die Tierseuche noch an 163 Orten des südostasiatischen Landes grassiert. „Das ist die erste Phase des Endes der Vogelgrippe-Epidemie“, sagte Vize- Regierungschef Somkit Jatusripitak in Bangkok.

Die meisten Todesopfer sind Kinder

Die Vereinten Nationen hatten am Donnerstag erklärt, die in zehn Ländern Asiens auftretende Vogelgrippe sei noch nicht unter Kontrolle und könnte sich auf weitere Länder ausbreiten. Die meisten Todesopfer sind bislang Kinder und Jugendliche. Fast alle hatten direkten Kontakt zu erkranktem Geflügel und steckten sich auf diesem Wege an. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch hat es nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht gegeben.

Quelle: @mg, @cop mit Material Reuters, AFP
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