Gesundheit

Diagnose: Behandlung für gesunden Zahn

29.03.2004
, 17:36
Zahnarzt-Test: Vielen Dentisten fehlt der Durchblick
Angst vorm Zahnarzt? Die kann ein kleiner Zufallstest nicht schmälern. So mancher Dentist behandelt auch schon mal einen gesunden Zahn oder läßt marode Beißer unangetastet.
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Falsche Diagnosen und enorme Unterschiede bei den Honoraren hat das in Frankfurt erscheinende Magazin „Öko Test“ bei Zahnärzten festgestellt. Bei Kontrolluntersuchungen in 20 zufällig ausgewählten Praxen hätten 18 Mediziner einen kaputten Zahn nicht erkannt, berichtet das Magazin in seinem aktuellen Heft. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) wies den Test als „unseriöse Panikmache auf Boulevardzeitungsniveau“ zurück.

Ein Redakteur des Magazins hatte von einem Experten einen Grundbefund seines Gebisses erheben lassen und danach seine Zähne von 20 Zahnmedizinern in Frankfurt begutachten lassen. Der Experte hatte Behandlungsbedarf an zwei Zähnen gesehen, eine professionelle Grundreinigung empfohlen und die Kosten dafür auf zusammen 2100 Euro veranschlagt.

Mängel blieben vielen Zahnärzten verborgen

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Bei etlichen Zahnarztbesuchen sei überhaupt kein Mangel am Gebiß des Redakteurs festgestellt worden, heißt es in dem Bericht. Viele hätten dagegen Handlungsbedarf an völlig gesunden Zähnen gesehen. Nachdem eine Zahnärztin den Zahnstein bereits gründlich entfernt hatte, hätten fünf Kollegen innerhalb von elf Tagen danach noch Zahnstein entdeckt. Die Kostenberechnungen hätten je nach Umfang der für nötig gehaltenen Behandlung zwischen 175 Euro und über 9000 Euro für eine aufwendige Sanierung geschwankt.

Das Magazin rät zur Vorsicht bei Zahnärzten, die trotz Kassenzulassung sagten, eine angemessene Behandlung sei zu den Bedingungen der gesetzlichen Krankenkassen nicht möglich oder die auf Privatleistungen drängten. Der Zahnarzt sollte außerdem über Alternativbehandlungen informieren.

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BZÄK: Nicht nachvollziehbarer Test

Der Test sei „weder repräsentativ noch nachvollziehbar“, sagte BZÄK-Präsident Jürgen Weitkamp. Da es sich um den Selbstversuch eines Redakteurs gehandelt habe, seien die Ergebnisse des Tests „schwer objektivierbar“. Die „hervorragenden Ergebnisse deutscher Mundgesundheitsstudien“ sowie die „hohe Patientenzufriedenheit“ sprächen gegen die „fragwürdigen Ergebnisse“ der Studie, betonte die Kammer.

Quelle: dpa, AFP
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