Neuer Übertragungsweg

Florida hat Zika-Mücken

Von Peter-Philipp Schmitt
02.09.2016
, 16:07
Touristinnen Anfang September in Miami Beach. Bisher hatten Reisende das Virus eingeschleppt. Jetzt wurden in Florida auch Zika-Mücken gefunden.
Amerikanische Behörden haben das Virus erstmals in Insekten nachgewiesen. Das bedeutet: Zika wird auch innerhalb des Landes übertragen und nicht nur von Reiserückkehrern eingeschleppt.
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Erstmals ist es in den Vereinigten Staaten gelungen, das Zika-Virus in Mücken nachzuweisen. Damit liegt der Beweis vor, dass die Krankheit auch innerhalb des Landes von blutsaugenden Insekten übertragen wird. Bis zum Sommer war das Virus überwiegend von Reiserückkehrern aus Zikagebieten in Mittel- und Südamerika eingeschleppt worden. Auch einige Fälle, bei denen der Erreger durch Sex weitergegeben wurde, sind bekannt.

Doch nachdem vor vier Wochen erstmals Infektionen im Süden Floridas aufgetreten waren, die sich nur durch eine Übertragung durch Mücken erklären ließen, mussten die Behörden in dem Bundesstaat damit rechnen, dass sich das Virus tatsächlich in den Insekten nachweisen lässt. „Die Erkenntnis ist enttäuschend, aber sie überrascht auch nicht“, sagte Adam Putnam von Floridas Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz am Donnerstag. Dafür sei man nun in der Lage, noch gezielter gegen die Krankheitsüberträger vorzugehen.

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Im Süden Floridas hat es seit Mitte Juli 49Infektionen gegeben, die auf Mücken zurückzuführen sind. Hinzu kommen 576 Fälle, bei denen von einer Übertragung außerhalb der Vereinigten Staaten ausgegangen wird: Das Virus wurde aus einer Zika-Region ins Land eingeschleppt. Insgesamt 80Erkrankungen betreffen Schwangere. Die bisherigen Übertragungen konzentrieren sich auf den Bezirk Miami-Dade, der das Zentrum der Metropole Miami einschließt. Die Insekten, deren Proben nun den Beweis für eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Virus lieferten, waren in Miami Beach gefangen worden.

Florida bekämpft den Erreger auf verschiedene Weisen

Für mindestens zwei Regionen in dem Bezirk (Wynwood und Miami Beach) haben die nationalen Gesundheitsbehörden der Vereinigten Staaten (CDC) Reisewarnungen herausgegeben, die sich besonders an Schwangere und ihre Partner richten, aber auch an junge Frauen und Männer, die in Zukunft Kinder bekommen wollen. Zudem sollen Blutspenden in den Vereinigten Staaten inzwischen grundsätzlich auf das Zika-Virus getestet werden. Florida bekämpft den Erreger auf verschiedene Weisen: So wird versucht, die Brutstätten der Moskitos zu vernichten, indem Wasserstellen trocken gelegt werden. Zugleich werden auch vermehrt Insektizide gegen Larven und Mücken eingesetzt.

In Deutschland ist bislang kein Fall von lokaler Übertragung bekannt. Wie das Robert-Koch-Institut am Freitag in Berlin mitteilte, ist die Zahl der gemeldeten Infektionen inzwischen auf 146 gestiegen. 99 davon wurden seit Beginn der Meldepflicht am 1. Mai registriert. In fast allen Fällen handelt es sich bei den Erkrankten um Reiserückkehrer aus den Ausbruchsgebieten in Mittel- und Südamerika.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmitt, Peter-Philip
Peter-Philipp Schmitt
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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