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Opiode besonders gefährlich

Zahl der Drogentoten leicht gesunken

Von Heike Schmoll, Berlin
 - 18:12

Im vergangenen Jahr sind 1272 Personen an den Folgen ihres Drogenkonsums ums Leben gekommen. Das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. 85 Prozent der Opfer sind männlich, 15 Prozent weiblich. Das Durchschnittsalter der an einer Überdosis gestorbenen Rauschgiftsüchtigen ist weiter gestiegen, auf nunmehr 39 Jahre.

Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, kommentierte die Zahlen am Dienstag in Berlin mit den Worten, das seien noch immer viel zu viele Opfer. Sie forderte eine noch bessere Suchtprävention und eine Stärkung der kommunalen Suchthilfe durch eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung. In den letzten zehn Jahren stagnierten die Mittel. „Das muss sich ändern“, sagte Mortler.

Außerdem sprach sich die Drogenbeauftragte dafür aus, die Zulassung des Opioid-Antagonisten Naloxon, das als Nasenspray auf den Markt kommen soll, voranzutreiben. In Bayern soll es dazu möglichst ab Herbst ein Modellprojekt an vier Standorten geben. Wer wegen des Besitzes von Drogen polizeiauffällig geworden ist, soll sich nach Mortlers Willen für eine Beratung oder eine gezielte Hilfe für den Entzug entscheiden können. Sie verwies auf ähnliche Modelle in Österreich und Portugal, die Erfolge zeigten.

An Unternehmen, Bildungseinrichtungen und die Zivilgesellschaft appellierte die Drogenbeauftragte, Suchtfragen offensiv anzupacken. Erste Ergebnisse einer Begleitstudie zur „Analyse drogenindizierter Todesfälle in Deutschland“ in den Jahren 2012 bis 2016 stellte am Dienstag Ludwig Kraus vor, der Leiter des IFT Instituts für Therapieforschung in München. An erster Stelle stehen bei den tödlichen Überdosierungen nach wie vor Opioide, vor allem Heroin und Morphin. Doch die Verbreitung synthetischer Opioide in Europa erfordere wegen des hohen Risikopotentials verstärkt präventive Maßnahmen.

Nur in 40 Prozent der Todesfälle durch eine Überdosis liegt allerdings ein toxikologisches Gutachten vor. 83 Prozent der Drogentoten starben durch eine Überdosis, sieben Prozent an den Langzeitfolgen, sieben Prozent durch Selbstmord, drei Prozent durch Unfälle aller Art. Häufig trat der Tod in Phasen reduzierter Toleranz auf, also nach der Haftentlassung oder nach dem Entzug. Die höchste Zahl der Drogentoten weist unter den Bundesländern noch immer Berlin auf.

Quelle: F.A.Z.
Heike Schmoll
Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.
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