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FAZ plus ArtikelPsychotherapeut über den Tod

„Wenn man Dingen einen Sinn gibt, wird es ein wunderbares Leben“

Von Sebastian Eder
 - 09:18

Herr Kalbitzer, der Fußballtrainer Christian Streich hat mal gesagt: „Das Leben ist vergeblich. Sie werden geboren, und in dem Moment, in dem Sie geboren werden, ist die Katastrophe der Vergänglichkeit implizit.“ Ist die Sterblichkeit also kein Geschenk, wie es im Titel Ihres Buches heißt, sondern eine Katastrophe?

Die Sterblichkeit ist kein Geschenk, aber sie beschenkt uns, deswegen das Geschenk der Sterblichkeit. Wenn sie keine Katastrophe wäre, könnte sie uns nicht beschenken. Wir leben zunächst einfach in die Zukunft hinein mit dem Gefühl, die Ressourcen wären unendlich. Irgendwann merken wir, dass das nicht stimmt und dass wir uns entscheiden müssen, was wir mit unserem Leben anfangen wollen. Es gibt ja dieses schöne Buch von Simone de Beauvoir, „Alle Menschen sind sterblich“, in dem es um einen Menschen geht, der ewig lebt und irgendwann daran verzweifelt, weil alles austauschbar wird. Ich glaube das so nicht: Wenn die Leute aus dem Silicon Valley es doch schaffen, dass wir unsterblich werden, hat man vielleicht eine Krise mit 500, weil man alles ausprobiert hat, was das Universum zu bieten hat. Aber dann kann man einen Sinn suchen, der darüber hinausgeht, alles mal ausprobiert zu haben. So wie es jetzt ist, lebt man eine Zeit lang nach vorne, dann begegnet man der Erkenntnis, dass man irgendwann stirbt – und hinterfragt dadurch im besten Fall seine Prioritäten im Leben.

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Quelle: F.A.Z.
Sebastian Eder
Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.
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