Seuchen

Indonesien bittet um Hilfe im Kampf gegen die Vogelgrippe

23.09.2005
, 12:49
Jakarta: Konfrontation mit der Vogelgrippe
Die Gefahr einer Vogelgrippe-Epidemie in Indonesien wird offenbar immer größer. Die Regierung in Jakarta bat das Ausland um Hilfe. Die Vereinten Nationen forderten das Land auf, möglicherweise infizierte Vögel vorsorglich zu vernichten.
ANZEIGE

Indonesien hat das Ausland um verstärkte finanzielle und technische Hilfe für den Kampf gegen die Vogelgrippe gebeten. Die Erforschung der Krankheit in Indonesien, die inzwischen weltweit Sorge bereite, müsse ausgebaut werden, begründete Sozialminister Alwi Shihab. Die Vereinten Nationen forderten die indonesische Regierung auf, die Krankheit energischer zu bekämpfen und potentiell infizierte Vögel zu töten.

ANZEIGE

Unterdessen steigt die Zahl der Patienten mit Verdacht auf Vogelgrippe in dem Inselstaat immer weiter an. Am Freitag seien mindestens 28 Menschen mit Symptomen der Viruserkrankung in Behandlung gewesen, teilte Gesundheitsministerin Siti Fadilah Supari mit. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch am Vortag.

Amerika hilft mit 20 Millionen Euro

„Die Vogelgrippe ist nicht nur ein Problem Indonesiens, das ist eine globale Angelegenheit“, sagte die amerikanische Botschafterin in der indonesischen Hauptstadt Jakarta, Lynn Pascoe. Die Vereinigten Staaten gaben bekannt, für den Kampf gegen das Virus in Indonesien, Kambodscha und Vietnam umgerechnet rund 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen zu wollen.

UN: Indonesien tut zu wenig gegen die Vogelgrippe
UN: Indonesien tut zu wenig gegen die Vogelgrippe Bild: dpa/dpaweb

In Indonesien gibt es bislang vier bestätigte Todesfälle durch die Vogelgrippe. Ein fünfjähriges Mädchen, bei dem ein Verdacht auf eine Infektion mit dem aggressiven Virus H5N1 bestand, ist nach neuen Erkenntnissen nicht an der Vogelgrippe gestorben. Die indonesischen Gesundheitsbehörden befürchten, daß das Land kurz vor dem Ausbruch einer Epidemie stehe.

ANZEIGE

FAO: Indonesien muß mehr tun

Nach Ansicht der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) muß Indonesien daher mehr Geld zur Bekämpfung der Seuche bereitstellen. Angesichts einer drohenden Epidemie rief die FAO die Regierung in Jakarta außerdem zur umgehenden Tötung potentiell infizierter Vögel auf. Dies gelte für alle Gegenden, in denen das gefährliche H5N1-Virus schon aufgetreten sei, erklärte der FAO-Veterinär Joseph Domenech am Freitag. Die bisherigen Strategien zur Seuchenkontrolle müßten entschieden verbessert werden.

Die indonesische Regierung hat am Mittwoch die Massentötung von Geflügel auf Bauernhöfen angekündigt, auf denen 20 Prozent der Tiere mit dem Erreger H5N1 infiziert sind. Kritikern zufolge hat sich die konkrete Umsetzung jedoch immer wieder verzögert.

ANZEIGE

22 von 33 Provinzen betroffen

Nach Angaben des indonesischen Landwirtschaftsministeriums verendeten seit Ende 2003 mehr als 16 Millionen Stück Federvieh an dem Virus oder wurden notgeschlachtet. Der Erreger habe sich inzwischen über 22 der 33 Provinzen des Landes verbreitet. Vor einigen Monaten war das Virus auch auf Schweine übergesprungen.

An der Geflügelpest starben seit ihrem Ausbruch Ende 2003 in Südostasien mehr als 60 Menschen. Indonesien wurde im Juli das vierte asiatische Land, in dem Menschen an der gefährlichen Viruserkrankung starben. Am schwersten betroffen ist Vietnam mit mehr als 40 Todesfällen. Auch in Thailand und Kambodscha gab es Tote.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE