Seuchen

Vogelgrippe: Erster Infizierter in Indonesien

16.06.2005
, 17:30
Indonesien: Ein Huhn wird auf Vogelgrippe-Viren untersucht
Die erste in Indonesien registrierte Infektion eines Menschen mit Vogelgrippe hat die Weltgesundheitsorganisation relativ gelassen aufgenommen. Der Mann ist nicht erkrankt.
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Die lebensgefährliche Vogelgrippe ist nun auch in Indonesien erstmals bei einem Menschen diagnostiziert worden. Tests in einem Labor in Hongkong ergaben, daß ein Bauer von der Insel Sulawesi, östlich von Borneo, mit dem H5N1-Virus infiziert ist, wie das Gesundheitsministerium in Jakarta am Donnerstag mitteilte. Die Krankheit sei bei dem Mann aber noch nicht ausgebrochen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht kein Grund zur Sorge, weil er zwar Antikörper habe, aber nicht ansteckend sei. In Südostasien starben seit 2003 insgesamt 54 Menschen an der Vogelgrippe.

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Nachdem Anfang des Jahres tausende Hühner auf der indonesischen Insel Sulawesi an der Vogelgrippe verendet waren, wurde nun der erste Fall bekannt, bei dem sich ein Mensch dort mit der Vogelgrippe ansteckte. Der betroffene Bauer habe sich wahrscheinlich mit einer weniger aggressiven Virus-Variante infiziert. Als Reaktion auf die Seuche hatten indonesische Behörden den Export von Geflügel aus Sulawesi und einigen Provinzen Javas bereits Mitte März verboten. Auch wurden Massenimpfungen der Tiere angeordnet und Blutproben von betroffenen Bauern genommen. Dabei stießen die Behörden auf den Infizierten.

Kein Grund zu „größerer Sorge“

Die Erkrankung sei nicht bedrohlich, sagte ein Vertreter der WHO. Bei so vielen infizierten Hühnern auf der Insel sei ein menschlicher Fall nicht verwunderlich. Es bestehe jedoch kein Grund zu „größerer Sorge“, sagte er. Im vergangenen Jahr hatten Vertreter der WHO die indonesische Regierung für ihre zu langsame Reaktion auf die Vogelgrippe kritisiert. Auch halte sich Indonesien nicht an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation, wie mit Krankheitsfällen umgegangen werden sollte.

Die WHO hatte in der Vergangenheit gewarnt, wenn das Virus weiter mutiere und die Fähigkeit entwickele, von Mensch zu Mensch übertragen zu werden, könne es zu einer weltweiten Epidemie mit rund 50 Millionen Toten kommen. Niederländische Forscher hatten Ende Mai gewarnt, daß an einer globalen Vogelgrippewelle jeder fünfte Erdbewohner erkranken könne. Innerhalb weniger Monate könnten 30 Millionen Menschen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Ein Viertel dieser Patienten würde sterben, hieß es in der Fachzeitschrift „Nature“.

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Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP
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