Seuchen

Vogelgrippe kommt Europa immer näher

01.08.2005
, 13:40
Todesspritze für Hühner in Asien: Bald auch hierzulande?
Vogelgrippe in Frankreich, den Niederlanden oder Deutschland? Die Wahrscheinlichkeit steigt, nachdem sich das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 derzeit in Sibirien und Kasachstan massiv ausbreitet.
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Das auch für Menschen lebensgefährliche Vogelgrippevirus H5N1 breitet sich in Rußland aus. Nachdem in den vergangenen zwei Wochen im südsibirischen Gebiet Nowosibirsk bereits 2382 Hühner, Gänse und Enten gestorben waren, wurden am Montag die ersten Erkrankungen von Tieren auch aus der benachbarten Region Altai gemeldet. In der Siedlung Glubokoje starben nach einem Bericht der Agentur Itar-Tass bereits 300 Gänse, Enten und Hühner an der Vogelgrippe.

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In Glubokoje wurde nach Behördenangaben Quarantäne verhängt. Es sei nicht ausgeschlossen, daß sie auf die gesamte Region Altai ausgeweitet werde. 450 tote Tiere wurden auch aus dem Gebiet Omsk westlich von Nowosibirsk gemeldet.

Die Behörden des Gebiets Nowosibirsk ordneten an, das gesamte Geflügel in den betroffenen Dörfern zu töten. Quarantäne gilt bereits für 13 Ortschaften des Gebiets. Die Bewohner der betroffenen Dörfer dürfen ihre Ortschaften bis auf weiteres nicht verlassen. Der Gebietsgouverneur Viktor Tolokonski teilte am Montag mit, daß die Zahl der Erkrankungen kontinuierlich zurückgehe. Menschen seien bisher in dieser Region nicht betroffen.

Ausbreitung Richtung Europa wahrscheinlich

Dagegen hatte am Wochenende der Katastrophenschutz der benachbarten Republik Kasachstan von einem infizierten Bauern berichtet. Vogelgrippe-Fälle waren im Norden des Landes registriert worden. Russische Medien berichteten von 600 toten Gänsen. Der staatliche russische Hygiene-Chefarzt in Moskau, Nikolai Filatow, warnte vor der Gefahr einer großen Epidemie, sollte das Virus mutieren und von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Experten vermuten, daß das H5N1-Virus durch Zugvögel verbreitet wurde. Nach einer anderen Version sei infiziertes Geflügelfleisch aus China eingeführt worden. Bereits vor einem Monat hatten chinesische Forscher im amerikanischen Fachblatt „Science“ davor gewarnt, daß kranke Zugvögel aus China das Virus schnell in ganz Asien und Rußland verbreiten könnten. Diese könnten das Virus ohne weiteres auch nach Europa transportieren. Auch Nordamerika sei vor dem Virus nicht sicher, hieß es weiter.

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Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters
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