Studie

Fahrradanhänger können Kindern schaden

11.05.2006
, 18:54
Fahrradanhänger für Kinder können große gesundheitliche Schäden bei ihren kleinen Insassen verursachen. Das legt zumindest eine neue Studie von Sportmedizinern nahe.

Fahrradanhänger für Kinder können große gesundheitliche Gefahren für ihre kleinen Insassen bergen. Nach einer am Donnerstag in München vorgestellten Studie von Sportmedizinern müssen Kinder in den Anhängern Erschütterungen vom Doppelten bis Zehnfachen ihres Körpergewichts aushalten.

Je höher die Geschwindigkeit und je unebener die Straße, desto höher sind demnach die Belastungen, die vor allem auf die Wirbelsäule wirken. Auf einer alten Pflasterstraße etwa muß ein 15 Kilogramm schweres Kind im Anhänger Erschütterungen bis zu 150 Kilogramm aushalten.

Hersteller sollten die Anhänger besser federn

Dazu kommt noch die falsche Haltung der Kinder: „Viele Kinder sitzen krumm wie eine Banane im Anhänger, so daß die Stoßdämpferwirkung der Wirbelsäule verloren geht“, sagte Professor Jürgen Freiwald von der Universität Wuppertal, der die Studie durchgeführt hatte. Dabei verwendeten die Wissenschaftler für ihre Untersuchung sogar einen Anhänger der gehobenen Preisklasse für rund 500 Euro.

Freiwald rät Eltern, schadhafte Straßen, Kopfsteinpflaster oder Feldwege zu meiden, langsam zu fahren und bei Gehsteigkanten abzubremsen. Die Hersteller forderte Freiwald auf, die Anhänger besser zu federn.

„Auswirkungen oft erst 20 Jahr später sichtbar“

Konkrete Schäden am Skelett von Kindern durch Fahrradanhänger konnten die Wissenschaftler noch nicht ermitteln. „Die Auswirkungen solcher Belastungen sind oft erst zehn bis 20 Jahre später erkennbar“, sagte Freiwald. Nach Ansicht des Professors haben Kinderfahrradanhänger auch den Nachteil, daß „die Kinder auf Dackelhöhe sitzen“. Auf diesem Niveau sei die Luft am stärksten mit Feinstaub und anderen Verunreinigungen belastet, denen die Kinder unmittelbar ausgesetzt seien.

Quelle: AP
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