Übergewicht bei Kindern

"Diese Entwicklung sprengt noch das Gesundheitssystem"

10.06.2004
, 19:31
„Anders ernähren und mehr bewegen”
Jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland ist übergewichtig. Verbraucherministerin Künast fordert jetzt eine breite gesellschaftliche Bewegung zur Änderung der Ernährungsgewohnheiten.
ANZEIGE

Die Bundesregierung sorgt sich um die Ernährung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. "Die dramatischen Zahlen von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen erfordern eine breite gesellschaftliche Bewegung zur Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten", forderte Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne), als sie jetzt in Berlin dem Kabinett ihre "Initiative für eine neue Ernährungsbewegung in Deutschland" vorstellte.

Nach Angaben der Ministerin sind in der Bundesrepublik schon jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche übergewichtig. Bei sieben bis acht Prozent der Kinder erreiche das Übergewicht krankhafte Ausmaße, sagte Künast. Sie litten an Adipositas. Besonders Kinder und Jugendliche müßten daher lernen, sich anders zu ernähren und sich mehr zu bewegen, sagte die Ministerin.

Weltumspannende Epidemie des Übergewichts

ANZEIGE

Sie forderte wissenschaftliche Einrichtungen, Ärzte, Vereine, Verbände und die Bundesländer auf, sich an der "neuen Ernährungsbewegung" zu beteiligen. "Ich rufe alle auf, mitzuwirken und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden: für eine neue Ernährungsbewegung in Deutschland", sagte Künast und kündigte an, alle Akteure an einen Tisch zu holen. "Es darf nicht so kommen, wie eine britische Studie vorhersagt: Die junge Generation wird die erste sein, die vor ihren Eltern stirbt'", sagte die Ministerin.

Erste Maßnahmen wie Beratungsprogramme für Kindergärten und Schulen sowie die Entwicklung von Unterrichtseinheiten zu gesunder Ernährung habe das Verbraucherministerium schon auf den Weg gebracht. Es müsse aber stärker vermittelt werden, daß anders essen und mehr Bewegung sehr viel mit Genuß und Ausschöpfen aller körperlichen und geistigen Chancen zu tun habe. Erwiesenermaßen seien übergewichtige Kinder schon in der Schule gehandicapt.

ANZEIGE

Künast verwies auch auf einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Mai, in dem vor einer weltumspannenden Epidemie des Übergewichts und den sich daraus ergebenden großen Folgekosten für die Gesundheitssysteme gewarnt wurde. Auch die WHO habe die Mitgliedsstaaten aufgefordert, so schnell wie möglich zu handeln. "Wir müssen verhindern, daß diese Entwicklung in absehbarer Zeit unser Gesundheitssystem sprengt", sagte die Ministerin.

Quelle: cag. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2004, Nr. 133
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Baufinanzierung
Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
Automarkt
Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen
50Plus
Serviceportal für Best Ager, Senioren & Angehörige
Gutscheine
Finden Sie die besten Angebote
Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
ANZEIGE