FAZ plus ArtikelKampf gegen Denguefieber

Rettende Keime

Von Joachim Müller-Jung
17.06.2021
, 17:40
Heilsbringer? Mit modifizierten Wolbachia-Bakterien infizierte Moskitos in einem Labor des brasilianischen Oswaldo-Cruz-Instituts in Rio de Janeiro
Wie man gefährlichen Viren auch beikommen kann, zeigt ein Experiment mit bakterienverseuchten Moskitos. In dessen Verlauf konnte das Denguefieber radikal eingedämmt werden.

Machtlos und fast wehrlos den Viren ausgesetzt, sich nirgends mehr richtig sicher fühlen, weil die Bedrohung immer näher rückt, kein Medikament, keine vernünftige Prävention, nur die Gewissheit: Die Gefahr breitet sich aus, weltweit und sehr schnell. Die Viren bringen hohes Fieber, Schüttelfrost, Körperschmerzen, viele Infizierte liegen lange benommen im Bett, auch Blutungen kommen vor – und viele Tote. Das ist der Hintergrund einer Virusepidemie, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen unter die Top Ten der globalen Gesundheitsgefahren eingereiht worden ist.

Früher war das Denguefieber in Europa als Fernreisekrankheit gehandelt worden, wie andere Tropenkrankheiten auch: Gelbfieber, Zika-Fieber und die Malaria, die allerdings von einem Parasiten hervorgerufen wird. Denguefieber, das war das „Dandyfieber“ oder „Knochenbrecherfieber“, das man mitbringt, weil man es sich mit einem Mückenstich eingefangen hat. Nach der Rückkehr bereitet es quälende Wochen. Immer mehr bringen es mit, inzwischen sind es jedes Jahr ein paar Hundert Deutsche. Aber die Hitze dieser Tage sollte auch daran erinnern, dass die Wahrscheinlichkeit von Jahr zu Jahr wächst, sich im eigenen Land oder bei Kurzreisen mit dem Erreger anzustecken.

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Joachim Müller-Jung- Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Joachim Müller-Jung
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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