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Städte des Grauens

EIN KOMMENTAR Von Alfons Kaiser
21.07.2022
, 16:00
Frankfurt im Sommer. Städte ohne Pflanzen muten den Menschen starke Hitze zu.
Städte ohne ausreichend Bepflanzung werden im Sommer unerträglich heiß. Angesichts der häufiger auftretenden Hitzewellen müssen sie dringend neu geplant werden. Was es braucht: mehr Grün und mehr Wasser.
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Eine der schönsten und schaurigsten Seiten im Internet ist die Facebook-Gruppe „Gärten des Grauens“. Ein Biologe sammelt dafür seit Jahren Fotos von Vorgärten, die mit Platten, Beton oder Kies so versiegelt sind, dass nicht einmal ein Grashalm aus den Ritzen herausschauen kann. Die Bilder, zum Heulen komisch, sind seltsame Dokumente falsch verstandener Ordnungsliebe, die sich überall dort breit macht, wo die Natur zurückgedrängt werden kann.

Diese Spielform deutscher Tristesse hat mehr als nur anekdotischen ­Charakter, sie hat System. Hier lebt die evolutionär bedingte und christlich be­glaubigte Vorstellung fort, der Mensch müsse sich die Erde untertan machen. In Zeiten des Klimawandels hat das Wort „menschengemacht“ aber einen ganz anderen Beiklang bekommen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kaiser, Alfons
Alfons Kaiser
Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.
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