Hochwasser

Bitterfelder kehren in ihre Häuser zurück

31.08.2002
, 10:00
Hochwasser-Sofothilfe: Ab heute wird ausgezahlt
Seit Samstag früh dürfen alle Bitterfelder zurück in ihre Wohnungen. Der Evakuierungsstatus wurde aufgehoben.
ANZEIGE

Drei Wochen nach Beginn des Hochwassers können die evakuierten Einwohner von Bitterfeld in Sachsen-Anhalt wieder in ihre Häuser zurückkehren. Am Samstagmorgen wurden auch die letzten Evakuierungen für etwa 2.000 Einwohner aufgehoben. Der Katastrophenalarm bleibt aber noch bestehen.

Der Wasserstand des Goitzsche-Sees sei so weit gesunken, dass die Einwohner mit „vertretbarem Risiko“ in ihre Wohnungen zurück dürften, sagte Kozloff. Bisher konnten sie nur tagsüber in ihre Häuser. Am Montag solle auch der Schulunterricht im Landkreis wieder beginnen. Während der Flut war etwa ein Drittel der 17 000-Einwohner-Stadt überschwemmt. Nach Angaben der Landesregierung ist der Landkreis Bitterfeld in Sachsen-Anhalt am stärksten von der Jahrhundertflut betroffen.

Bilder, Videos, Grafiken, Berichte und Hintergründe zu dem Jahrhundert-Hochwasser in unserem FAZ.NET-Spezial: FAZ.NET-Spezial: Die Flutkatastrophe in Ostdeutschland.

ANZEIGE

Sehen Sie Bilder aus den Hochwassergebieten unter: Bild für Bild: Hochwasserregionen im Überblick

Bild: dpa

Bund und Länder begannen am Freitag mit der Auszahlung der Soforthilfe an die vom Hochwasser geschädigten Unternehmen. Alle betroffenen Firmen können bis zu 15.000 Euro beantragen. Allein für Sachsen wird der Flutschaden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums auf vier Milliarden geschätzt. Der Bundestag hatte am Donnerstag dem Flutopfersolidaritätsgesetz zugestimmt. Der Bund zahlt unter anderem 200 Millionen Euro Soforthilfe für geschädigte Unternehmen.

Höhe der Schäden wird bezifferbar

Während die Aufräumarbeiten allerorts auf Hochtouren laufen, wird die Höhe der Schäden zunehmend bezifferbar. In der Landwirtschaft soll die Flut nach Angaben der Bundesregierung Schäden von 287 Millionen Euro verursachen. Der Wiederaufbau der vom Hochwasser zerstörten Straßen und Brücken in Deutschland wird nach Einschätzung des ADAC bis zu 1,2 Milliarden Euro kosten. Es werde bis zu einem halben Jahr dauern, bis die schlimmsten Schäden am Straßennetz beseitigt seien. Bis zu drei Jahre würden vergehen, ehe die Infrastruktur komplett wiederhergestellt sei.

ANZEIGE

Auch in Niedersachsen beginnen die Bürger jetzt, die Schäden an ihren Häusern aufzulisten. „Die letzten Arbeiten sind getan, jetzt können wir bilanzieren“, sagte der Sprecher des Landkreises Lüneburg, Michael Wieske. Im Amt Neuhaus würden die Schulen wieder hergerichtet, damit der Unterricht am Montag beginnen könne. Auch in Hitzacker wird aufgeräumt und Bilanz gezogen. Einen Überblick über die Schäden an den betroffenen Gebäuden gebe es noch nicht, sagte der stellvertretende Bürgermeister der Samtgemeinde, René Kern. In Sachsen wird nach vorläufigen Angaben die durch die Flut verursachten Gesamtschäden auf bis zu 16,5 Milliarden Euro beziffert.

Lage entspannt sich weiter

Nach Tagen und Wochen der Angst und Strapazen hat sich die Lage in den Hochwassergebieten unterdessen weiter entspannt. In den Krisenregionen, in denen Hunderttausende von den Fluten betroffen waren, laufen die Aufräumarbeiten. Allerdings herrscht in Dessau und Bitterfeld weiterhin Katastrophenalarm, im Landkreis Wittenberg besteht noch für acht Orte Evakuierungsstatus, obwohl der Katastrophenalarm dort aufgehoben wurde. In der brandenburgischen Prignitz wurde Hochwasser- Entwarnung gegeben.

ANZEIGE

In Sachsen näherte sich der Pegelstand der Elbe langsam seinem Normalniveau. So sei in Dresden am Donnerstagmorgen ein Pegelstand von 2,84 Metern gemessen worden, 28 Zentimeter weniger als am Vortag, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt und Geologie. Sollte die Tendenz anhalten, könnte die Elbe bald auf ihren normalen Stand von knapp zwei Metern zurückkehren.

ICE-Züge rollen wieder

Erstmals seit Beginn der zerstörerischen Flut am 12. August, bei der mehr als 20 Menschen starben, rollten am Donnerstag wieder ICE- Züge zwischen Berlin und Leipzig. In der gewaltigen Schadenssumme des Weißeritzkreises sind die Einbußen von knapp 60 betroffenen Wirtschaftsbetrieben sowie der Gas- und Elektroversorger noch nicht einmal berücksichtigt. In Dresden sind nach Angaben von Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) 4.000 Unternehmen von den Fluten betroffen. In ganz Sachsen wurden rund 280 Sozialeinrichtungen und 7 Krankenhäuser von den Wassermassen heimgesucht.

Quelle: @mg @dho
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Baufinanzierung
Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
Automarkt
Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen
50Plus
Serviceportal für Best Ager, Senioren & Angehörige
ANZEIGE