Hochwasser

Chronologie der Überschwemmungen

25.08.2002
, 17:37
Gassi schwimmen statt gehen, gesehen in Prinsenbeek
Seit zwei Wochen wälzt sich das Jahrhunderthochwasser der Elbe durch Deutschland. Eine Chronologie
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Seit zwei Wochen wälzt sich das Jahrhunderthochwasser der Elbe durch Deutschland. Heftige Unwetter und Regenfälle in Europa suchten bereits im Juli weite Teile Europas heim. Die Menschen in Österreich werden zuerst von Hochwasser getroffen. Schließlich steigen Bäche und Flüsse im Erzgebirge unerbittlich an, die Flut wälzt sich Richtung Norden - eine Chronologie:

Montag, 12. August: Im Erzgebirge und in Dresden wird wegen des Hochwassers Katastrophenalarm ausgelöst. In Glashütte bricht ein Damm. Mehrere Menschen stürzen in die Müglitz. Auf Passau rollt eine Flutwelle zu. In Teilen Tschechiens wird der Notstand ausgerufen. Auch Prag wird teilweise überflutet.

Dienstag, 13. August: Das Hochwasser nimmt historische Ausmaße an. Die Zahl der Todesopfer in Europa steigt auf mindestens 80. In Sachsen sind mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. In Österreich und Tschechien versinken ganze Landstriche in den Wassermassen. Teile Prags werden evakuiert.

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Mittwoch, 14. August: Regensburg wird von einer Flutwelle erfasst. Zehntausende Menschen kämpfen in Dresden gegen Überschwemmungen. In Sachsen steigt die Zahl der Todesopfer auf 8. In Sachsen-Anhalt überschwemmt die Mulde im Landkreis Bitterfeld mehrere Orte.

Donnerstag, 15. August: Dresden wird von einer zweiten Hochwasser-Welle überflutet. Dort und in Pirna werden Wohnhäuser geräumt und Museen gesichert. In Tschechien stehen Teile des Chemiewerks Spolana in der Nähe von Usti nad Labem (Aussig) unter Wasser. Im Raum Regensburg und Passau entspannt sich die Lage langsam.

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Freitag, 16. August: Am Morgen überschreitet die Elbe in Dresden den Höchststand von 8,77 Metern aus dem Jahr 1845 - normal sind rund 2 Meter. Historische Gebäude werden überflutet.

Samstag, 17. August: In Dresden beginnt die Elbe beim Höchststand von 9,40 Metern zu sinken. In Bitterfeld dringt das Wasser in die Innenstadt ein. In Tschechien und Bayern hat sich die Lage entspannt.

Sonntag, 18. August: Im evakuierten Torgau in Sachsen gibt der Deich nach. Im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt strömt die Flut nach einem Dammbruch auf mehrere bereits geräumte Orte zu. In Dessau kann ein Deich an der Mulde nicht gehalten werden. Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft sich mit seinen Amtskollegen aus Österreich,
Tschechien und der Slowakei sowie EU-Kommissionspräsident Romano Prodi zu einem Hochwassergipfel.

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Montag, 19. August: Die Flutwelle erreicht Norddeutschland, die Pegel steigen schneller als erwartet. In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden Schutzdeiche mit mehr als einer Million Sandsäcke verstärkt. Am Mittellauf der Elbe bleibt die Lage kritisch: Allein im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt meldet der Krisenstab sieben Dammbrüche. Die Regierung beschließt die Verschiebung der zweiten Stufe der Steuerreform von 2003 auf 2004.

Dienstag, 20. August: Der Scheitel des Hochwassers verlagert sich ins nördliche Sachsen-Anhalt und Brandenburg, während in Sachsen das Aufräumen beginnt. In Sachsen-Anhalt bricht am Elbe-Umflutkanal bei Magdeburg der Deich. Mehrere Dörfer werden evakuiert.

Mittwoch, 21. August: In Sachsen hat das Hochwasser einen Schaden in Höhe von rund 15 Milliarden Euro angerichtet. Die Flutwelle bedroht die Deiche in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind Deiche gefährdet und Gebiete mit mehr als 60 000 Menschen evakuiert.

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Donnerstag, 22. August: Die Wassermassen bedrohen die Deiche im Norden. Tausende Helfer arbeiten rund um die Uhr. Brennpunkte sind die brandenburgische Prignitz und Elb-Abschnitte in Niedersachsen. Bei Umweltschützern wächst die Sorge um mögliche Dioxine aus dem Chemiewerk Spolana in Tschechien. Die Union erklärt sich bereit, den Steuerplänen der Regierung noch vor der Bundestagswahl zuzustimmen.

Freitag, 23. August: Die aufgeweichten Deichen in Niedersachsen und Mecklenburg bleiben unter Druck. Mehrere Orte werden evakuiert. Noch mindestens 30 000 Menschen harren in Notunterkünften aus, rund 25 000 Soldaten der Bundeswehr sind im Einsatz. Die Zahl der Toten erhöht sich bundesweit auf 18. Die SPD und Kanzler Gerhard Schröder
profitieren nach Meinungsumfragen vom Krisenmanagement.

Samstag, 24. August: Das tückische, aber leicht sinkende Hochwasser zwingt die Helfer zu immer neuen Noteinsätzen an den vielen Sickerstellen. Nur durch ständig neue Sandsäcke widerstehen die Elb-Deiche dem tonnenschweren Druck. Durch zwei Deichsprengungen zwischen Dessau und Wittenberg soll ein Rückfluss des Wasser zurück in die Elbe erreicht werden. Die SPD sieht durch die Umfragen einen Wendepunkt im Wahlkampf zu ihren Gunsten. Die Spenden für die Opfer wachsen auf einen Rekordstand. Bundesweit gibt es jetzt 20 Tote.

Sonntag, 25. August: Im Norden geht der Kampf um die vielerorts weich wie Pudding werdenden Deiche weiter. In Magdeburg sinkt der Pegel schneller als erwartet. In Dresden werden die Aufräumarbeiten fortgesetzt. Weiter sind zehntausende Bundeswehrsoldaten in den Hochwasserregionen im Einsatz. Der Streit um die Finanzierung der Fluthilfe geht weiter. Wirtschaftsverbände lehnen Steuerbelastungen ab. Die EU-Kommission kündigt Hilfen für die Opfer an.

Quelle: dpa
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