Klimawandel

Töpfer: Unwetter in Deutschland eine Folge der Klimaerwärmung

14.08.2002
, 11:40
Überflutete Straßen in Deutschland - Folge des Klimawandels?
Weltweit häufen sich extreme Wetterlagen, die Sommer-Unwetter in Deutschland zählen auch dazu. Ein FAZ.NET-Spezial.
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Die vermehrt auftretenden Unwetter in Deutschland sind für den Chef der UN-Umweltbehörde (Unep), Klaus Töpfer, eine direkte Folge der Klimaerwärmung. „Jeder, der darüber nachdenkt, wird nichts Positives an einer Entwicklung entdecken können, bei der die Nordsee zur Riviera wird,“ sagte der früher Bundesumweltminister.

Man müsse davon ausgehen, dass sich auch bei uns in Deutschland - wie in anderen Regionen dieser Welt - die Folgen zeigen werden, sagte Töpfer. Auch in Europa wären die Schäden beispielsweise in der Landwirtschaft enorm: Die Zahl der heftigen Stürme nehme dramatisch zu, sagte Töpfer und das zeige sich auch in den Bilanzen der Versicherungen. „Vergangenes Jahr haben wir erstmals über 100 Milliarden Dollar Schäden aus Klimakatastrophen gehabt.“

Der Unep-Chef spricht sich für einen radikalen Wandel in der Energieversorgung aus. Es gelte einen nachhaltigen Kampf gegen die Treibhausgase zu führen, die für die Erderwärmung verantwortlich sind.

Unwetter auf Treibhauseffekt zurückzuführen

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Ähnlich argumentiert die Wissenschaft. Die Zunahme der extrem starken Unwetter ist nach Aussagen des Hamburger Klimaforschers Mojib Latif eindeutig auf den Treibhauseffekt zurückzuführen. Dem sei nur mit dem Einsatz alternativer Energie zu begegnen. „Weltweit gibt es eine Häufung extremer Wetterlagen“, sagte der Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

Gerade auch in Deutschland sei die Anzahl der heftigen Niederschläge gestiegen. „Was wir in Berlin und Brandenburg gesehen haben, ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.“ Einziges Gegenmittel sei der Umstieg auf alternative Energien, und zwar weltweit. „Langfristig kann man das Problem nur lösen, wenn man komplett wegkommt von den fossilen Brennstoffen“, sagte Latif. „Es ist billiger, jetzt alternative Energien zu fördern als im Jahr 2050 pausenlos Gewitterschäden zu beseitigen.“

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Deutschland kann noch viel Energie einsparen

Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung verweist darauf, dass auch Deutschland noch viel Energie einsparen kann: „Ein Deutscher verbraucht so viel Energie wie zwei Japaner.“ Deutschland müsse aber auch umweltfreundliche Energietechnik und Verkehrsmittel exportieren. Im Schwellenland China leben 1,2 Milliarden Einwohner. Wenn auch dort wie in anderen Industrieländern jeder zweite ein Auto fahren möchte, würde sich die Zahl der Autos weltweit allein deswegen verdoppeln, erläutert Gerstengarbe.

Quelle: @tk
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