FAZ plus ArtikelHohe Dunkelziffer

„Transsexuelle werden sehr häufig angepöbelt, bedroht oder beleidigt“

Von Karin Truscheit, München
14.01.2020
, 11:35
Mit der Polizei zur CSD-Parade: Die Anwesenheit von Gesetzeshütern, wie hier 2018 in Köln, ist bei öffentlichen Feierlichkeiten der queeren Szene keine Ausnahme – sondern oft notwendig.
Sind transphobe Übergriffe auf dem Vormarsch? Ein Gespräch mit dem Münchner Kriminalhauptkommissar Arno Helfrich über alte Ressentiments – und neue Herausforderungen für die Polizei.
ANZEIGE

An einem Freitagabend im November soll der Wirt eines Lokals in der Münchner Innenstadt eine Person wegen ihres äußeren Erscheinungsbilds beleidigt haben. Der Wirt zog offenbar anhand der Bekleidung Rückschlüsse auf die Transgender-Identität der Person, die in Begleitung einer Gruppe von fünf weiteren Personen unterwegs war. So der aktuelle Ermittlungsstand.

ANZEIGE

Warum hier nur von „Personen“ die Rede ist? Weil eine Festlegung auf das Geschlecht der Betroffenen nicht möglich ist. Bei der Gruppe handelte es sich um Menschen mit Trans-Identitäten. Diese sollen bei der Auseinandersetzung, die sich vor dem Lokal abspielte, von Gästen rassistisch beleidigt und begrabscht worden sein. Der Wirt habe ein Mitglied der Gruppe geschlagen. Inzwischen wird der Vorfall als „Hasskriminalität“ eingestuft, das Kommissariat für „Politische Verbrechen“ ermittelt. Denn darunter fallen auch transphobe oder homophobe Übergriffe.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z. Woche
Autorenporträt / Truscheit, Karin
Karin Truscheit
Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE