FAZ plus ArtikelAnschläge auf linke Zentren

Ankläger glauben nicht an politische Motive von Brandstifter

Von Anna-Sophia Lang, Frankfurt
28.12.2020
, 16:57
Staatsanwaltschaft und Verteidiger sehen kein politisches Motiv des Mannes, der Feuer an linken Zentren in Rhein-Main gelegt haben soll. Er könnte dennoch für lange Zeit ins Gefängnis gehen.

Im Prozess gegen den Serienbrandstifter, der für mehrere Feuer an linken Zentren verantwortlich gemacht wird, hat die Staatsanwaltschaft am Montag in Frankfurt zehn Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe gefordert. Sie sieht es nach der gut einen Monat langen Beweisaufnahme als erwiesen an, dass Joachim S. in zehn von ursprünglich 16 angeklagten Fällen Feuer gelegt hat und sich deshalb der Sachbeschädigung, der versuchten schweren Brandstiftung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hat.

Der Großteil der Taten, die in diesem Prozess angeklagt sind, hat mit linken Zentren nichts zu tun. Joachim S. zündelte an Mehrfamilienhäusern und in Hinterhöfen, einmal zündete er eine Hecke an, ein andermal eine Vespa, wieder ein anderes Mal soll er in einem Dachstuhl mit einem Päckchen Zigaretten versucht haben, Feuer zu legen. Häufig traf es Mülltonnen, die weit genug weg von Gebäuden standen, dass keine Flammen übergriffen. In einem anderen Fall ging S. durch eine offene Tür in einen Keller hinein und zündete einen Rasenmäher an – das hat er zugegeben, genau wie das brennende Klopapier, das er in einen hölzernen Rollladenkasten steckte, während in der Wohnung dahinter die Bewohnerin schlief. Die Frau, die erst kurz davor eingezogen war, kam ins Krankenhaus und ist bis heute traumatisiert.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Lang, Anna-Sophia
Anna-Sophia Lang
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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