Anschlagspläne aus Frauenhass

„Incel“ festgenommen und angeklagt

22.07.2021
, 03:41
Der 21 Jahre alter Amerikaner plante offenbar einen Anschlag auf Frauen an einer Uni in Ohio. Er hatte sich schon eine Schnellfeuerwaffe besorgt.

Ein geständiger Anhänger der frauenfeindlichen „Incel“-Bewegung ist in den USA wegen eines geplanten Anschlags auf Studentinnen festgenommen und unter Bundesrecht angeklagt worden. Der heute 21 Jahre alte Mann aus dem Bundesstaat Ohio war ursprünglich bereits im März 2020 festgenommen worden, nachdem er zahlreiche von Frauenhass erfüllte Kommentare auf einer „Incel“-Website veröffentlicht hatte, wie die Justizbehörden am Mittwoch mitteilten. In einem selbst verfassten Manifest hatte er demnach angekündigt, aus „Hass, Neid und Rache“ Frauen „abschlachten“ zu wollen.

Den Ermittlungsbehörden zufolge suchte er online nach Informationen über eine Universität in Ohio sowie über Studentenverbindungen. Auch habe er eine Uni ausgeforscht. In einer sichergestellten Notiz schrieb der Mann demnach, er habe „etwas Großes“ vor und wolle 3000 Menschen töten. 2019 kaufte er demnach Spezialhandschuhe, eine kugelsichere Weste, eine Sturmhaube mit der Aufschrift „Rache“, ein Messer, eine Totenkopfmaske und Munition.

Nach Haft wieder Schusswaffe besorgt

Im vergangenen Oktober wurde der Mann wegen „Terrordrohungen“ zu 17 Monaten Haft verurteilt. Im Januar kam er wieder frei, am Mittwoch wurde er von Bundespolizisten erneut festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung 2020 war bei ihm unter anderem eine Schusswaffe mit Schnellfeuervorrichtung beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben illegalem Waffenbesitz nun Planung eines Hassverbrechens vor. Dieses Vergehen kann mit lebenslanger Haftstrafe geahndet werden.

In der „Incel“-Bewegung (“involuntarily celibate“) tun sich heterosexuelle Männer zusammen, die nach eigenen Angaben unfreiwillig sexuell enthaltsam und deshalb frustriert sind und ihre Frauenfeindlichkeit häufig mit Gewaltfantasien verknüpfen. In der Vergangenheit verübten Männer aus diesem Umfeld wiederholt Anschläge, denen viele Menschen zum Opfer fielen.

Quelle: bard./AFP
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