FAZ plus ArtikelProzess in Berlin

Kann man Arafat Abou-Chaker Clanchef nennen?

Von Sebastian Eder und Julia Schaaf, Berlin
08.02.2021
, 16:18
Arafat Abou-Chaker im vergangenen Sommer hinter seinem Anwalt im Gericht
Nachdem auf Clubhouse eine Diskussion mit Arafat Abou-Chaker aus dem Ruder lief, liegen am Montag die Nerven auch im Gericht blank. In der Plauder-App hatte sich Abou-Chaker gegen die Bezeichnung „Clanchef“ gewehrt. Zu Recht?
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Kurz vor Ende des Verhandlungstages platzt Arafat Abou-Chaker überraschend der Kragen. „Sag’s doch laut“, ruft er von der Anklagebank und wiederholt eine Beleidigung, die er gerade aus dem Mund von Bushido gehört zu haben glaubt: „Hurensohn.“ Die Situation ist unübersichtlich. Bald drei Stunden lang hat Bushido an diesem Montag im Zeugenstand geredet. Es geht um das Ende seiner Vertragsbeziehungen zu Rappern wie Shindy in der Folge der Trennung von seinem langjährigen Geschäftspartner Abou-Chaker. Der Hauptangeklagte will in dem Verfahren vor dem Berliner Landgericht eine dahingenuschelte Beleidigung in seine Richtung aufgeschnappt haben, und jetzt fühlt er sich provoziert: „Sag’s doch laut.“

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Keiner der Prozessbeteiligten greift den Einwurf auf, viele haben ihn akustisch nicht verstanden. Nach ein paar weiteren Fragen zu dem Künstlervertrag mit AK Ausserkontrolle wird die Vernehmung plangemäß vertagt. Bushidos Anwalt, der neben seinem Mandanten gesessen hat, erklärt nach der Verhandlung, er habe keine dahingenuschelte Äußerung gehört. Eins jedoch wird klar an diesem ersten Verhandlungstag, nachdem auf der Plauder-App Clubhouse eine Diskussion über Clankriminalität mit Abou-Chaker aus dem Ruder lief: Die Nerven liegen blank.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Eder, Sebastian
Sebastian Eder
Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.
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Julia Schaaf
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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