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Erstochenes Mädchen

Haftbefehl gegen 15 Jahre alten mutmaßlichen Täter erlassen

 - 17:33

Von den vielen Messerstichen traf einer ins Herz der 14-jährigen Keira aus Berlin. Warum die Eisschnellläuferin getötet wurde, ist für die Ermittler am Montag aber noch unklar. Gegen einen 15 Jahre alten Bekannten des Mädchens hat die Staatsanwaltschaft nun einen Haftbefehl wegen Totschlags durchgesetzt. Das teilte die Staatsanwaltschaft am späten Montagnachmittag via Twitter mit. Der 15-Jährige sitze in Untersuchungshaft.

Nach dem Verbrechen am Mittwoch geben die Ermittler neue Einzelheiten bekannt. Das spätere Opfer und der mutmaßliche Täter hatten sich zuvor in der Wohnung der Sportlerin in Alt-Hohenschönhausen verabredet, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Das Motiv zur Tötung der 14-Jährigen ist noch unbekannt.

Der Verdächtige sei an derselben Schule wie die Sportlerin gewesen. Sie kannten sich. „Ein Paar waren sie aber nicht.“ Die Mutter von Keira hatte ihre blutüberströmte Tochter in der gemeinsamen Wohnung gefunden. Trotz Reanimation konnte die Schwerverletzte nicht mehr gerettet werden.

Vor der Berliner Eisschnelllauf-Halle liegen rote und weiße Rosen, Kerzen sind aufgestellt. Hier hatte Keira beim Sportverein TSC trainiert, erst im Januar war sie in ihrer Altersklasse Berliner Meisterin über 1500 Meter geworden. Auf einem Zettel steht „Wir werden dich nie vergessen“.

Auch der Sportverein von Keira trauert. Besonders die Umstände von Keiras Tod und ihr jugendliches Alter „machen uns fassungslos“, hieß es in einer Mitteilung auf der Internetseite des Berliner TSC. Der Verein setze sich für einen fairen und menschlichen Umgang miteinander ein.

Als Zeichen der Anteilnahme legten auch vor dem Haus der getöteten Schülerin im östlichen Berliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen viele Menschen Blumen und Kerzen nieder.

Er könnte wegen Totschlags oder Mordes angeklagt werden

Der 15-jährige Deutsche hat laut Staatsanwaltschaft die Tat „im Kern“ gestanden. Er war am Sonntag in der Wohnung seiner Eltern festgenommen worden. Auf ihn waren die Kriminalisten demnach durch Ermittlungen im persönlichen Umfeld des Opfers gekommen. Ob Handydaten oder ein mysteriöser Brief, über den die „Bild“-Zeitung berichtete, auf die Spur des mutmaßlichen Täters führten, blieb unklar. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern.

Aus dem Vorwurf des Totschlags könnte im Laufe der Ermittlungen ein noch schwerer wiegender Mordvorwurf werden, hieß es bei den Ermittlern. Dafür müsste das Motiv klarer werden.

Die tödliche Messerattacke in Berlin ist leider kein Einzelfall. Mehrere Angriffe von Jugendlichen hatten in den vergangenen Monaten deutschlandweit erschüttert. Im rheinland-pfälzischen Kandel erstach im Dezember ein Flüchtling seine 15 Jahre alte Ex-Freundin. An einer Schule in Lünen (Nordrhein-Westfalen) wurde im Januar ein 14-Jähriger vermutlich von einem Mitschüler mit einem Messer getötet. In Dortmund endete im Februar ein Streit unter Teenagern tödlich, eine 15-Jährige wurde erstochen.

Das Bundeskriminalamt führt keine Statistik, wie oft Minderjährige andere Minderjährige töten. Aus den Kriminalanalysen der Polizei in den Ländern lässt sich jedoch ableiten, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland selten Opfer eines Tötungsdelikts werden. 2016 wurden demnach 92 Kinder und Jugendliche getötet. Minderjährige waren 26 Mal verdächtig, einen anderen Menschen getötet zu haben. In rund der Hälfte der Fälle kannten sich Täter und Opfer.

Quelle: dpa
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