Berlin-Schöneberg und Treptow

Täter nach Überfällen auf Geldboten flüchtig

Von Markus Wehner, Berlin
18.12.2020
, 15:08
Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche gab es in Berlin einen Überfall auf einen Geldtransporter: Mit Reizgas raubten mehrere Täter am Donnerstagnachmittag zwei Geldboten aus. In beiden Fällen sind die Täter auf der Flucht.

In Berlin sind in dieser Woche an zwei Tagen Geldtransporter nach einem ähnlichen Muster überfallen worden. Nachdem am Dienstag drei maskierte Räuber bei einem Ikea-Möbelhaus einen Geldboten mit Schusswaffen bedroht und einen Geldkoffer erbeutet hatten, schlugen am Donnerstag bis zu drei Täter in Treptow zu. Sie überfielen gegen 16 Uhr im Einkaufszentrum Park Center Treptow zwei Geldboten, setzten Reizgas gegen sie ein und flüchteten mit einem Geldkoffer. Einer der Geldboten wurde leicht verletzt.

Die Polizei war zunächst mit 70 Beamten im Einsatz, später waren 250 Kräfte vor Ort, darunter auch Bundespolizisten der Spezialeinheit GSG9. Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt. Die Kunden wurden aus dem Einkaufszentrum geleitet, das Gebäude wurde Stockwerk für Stockwerk überprüft.

Geldboten-Überfälle häufen sich

Die Täter, die zu Fuß geflüchtet waren, konnten aber nicht gefunden werden. Wie viel Geld erbeutet wurde, ist nicht bekannt. Auch die Täter des ersten Überfalls in Schöneberg sind weiterhin auf der Flucht, sie waren mit einem weißen Audi mit gestohlenen Kennzeichen vom Tatort geflohen. Die Polizei prüft noch, ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht.

Überfälle auf Geldtransporter hatte es in Berlin in diesem Jahr schon mehrfach gegeben. So wurde Mitte Juni ein Geldbote an einer Bankfiliale in Wilmersdorf überfallen; die Täter sollen einen Geldkoffer mit einer halben Million Euro erbeutet haben. Dieselbe Bankfiliale war Anfang August wieder Ziel von Kriminellen.

Die Täter sprengten mit einem Wagen ein Fenstergitter und konnten so in die Bank gelangen. Auf einen Wachmann gaben sie Schüsse ab, er wurde verletzt. Das Auto zündeten sie an und liefen zur nahe gelegenen Stadtautobahn, wo ein Fluchtfahrzeug auf sie wartete. In allen Fällen konnten die Täter bisher nicht ermittelt werden.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Wehner, Markus
Markus Wehner
Politischer Korrespondent in Berlin.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot