FAZ plus Artikel„Kein polizeiliches Versagen“

Beuth gibt technischen Engpass bei Notruf in Hanau zu

Von Katharina Iskandar
02.02.2021
, 13:51
Innenminister Beuth kontert Vorwürfe, die Polizei habe in der Tatnacht von Hanau vor knapp einem Jahr versagt. Doch habe die Polizeistation nur eine begrenzte Anzahl von Notrufen entgegennehmen können – aus technischen Gründen.

Nach den jüngsten Vorwürfen gegen die Polizei im Zusammenhang mit dem Anschlag in Hanau hat der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag mögliche Fehler der Sicherheitsbehörde von sich gewiesen. Allerdings hat er zugegeben, dass es im Fall des Notrufs in der Tatnacht zu Engpässen kam. In einer längeren Mitteilung gab er erstmals einen Einblick in die bisherigen Ermittlungen. Unter anderem äußerte er, es habe kein polizeiliches Versagen in der Tatnacht gegeben. So soll die Polizei nach dem Eingang erster Notrufe innerhalb weniger Minuten am ersten Tatort am Heumarkt gewesen sein.

Allerdings, gab der Minister zu, sei es „richtig, dass die Polizeistation in Hanau nur eine begrenzte Anzahl von Anrufen in dieser Nacht entgegennehmen konnte“. Das gesamte Notrufaufkommen für die Polizeistation Hanau betrage täglich durchschnittlich 80 Anrufe. Von Beginn des Einsatzes bis kurz nach Mitternacht seien insgesamt 25 Notrufe mit Bezug zum Anschlagsgeschehen eingegangen. „Eine Weiterleitung von vielen gleichzeitig eintreffenden Notrufen war zum Zeitpunkt der Tatnacht technisch nicht möglich.“ Eine Zentralisierung aller polizeilichen Notrufe sei in Planung, wenn die Dienststelle umziehe. In anderen, modernen Polizeipräsidien gebe es die Möglichkeit eines zentralisierten Notrufsystems schon.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Iskandar, Katharina
Katharina Iskandar
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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