18 Autos angezündet

Brandanschlag am Magdeburger Hauptbahnhof

08.09.2016
, 11:54
 Der entstandene Schaden wird auf rund 750 000 Euro geschätzt.
Lichterloh brennen mitten in der Nacht Polizeiautos und weitere Fahrzeuge. Die Feuerwehr hat einen Großeinsatz am Magdeburger Hauptbahnhof. Die Suche nach Brandstiftern läuft.

18 Autos, darunter Polizeiautos, Fahrzeuge der Deutschen Bahn und Privatautos, haben in der Nacht zum Donnerstag am Magdeburger Hauptbahnhof gebrannt. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung, wie eine Sprecherin mitteilte. Eine politische Motivation hinter dem Brandanschlag wird nicht ausgeschlossen. Schon in den vergangenen Jahren waren in Sachsen-Anhalt Streifenwagen wie auch Fahrzeuge der Bundeswehr angezündet worden.

Die Feuerwehr war gegen 2.30 Uhr in der Nacht alarmiert worden. Als sie am Hauptbahnhof eintraf, standen bereits mehr als zehn Wagen in Flammen. Das Feuer drohte, auf eine angrenzende Lagerhalle überzugreifen. Gegen 3.15 Uhr war der Brand nach den Angaben der Feuerwehr gelöscht. Der Schaden wird mit 750 000 Euro beziffert.

Verdächtige gibt es laut Polizei noch nicht

Unter den brennenden Fahrzeugen waren sieben Einsatzfahrzeuge der Bundespolizei sowie Wagen der Deutschen Bahn. Sie waren auf einem Parkplatz ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs geparkt. Am Morgen waren auf dem Parkplatz die ausgebrannten Wagen zu sehen, um sie herum große Mengen von Lösch-Schaum. Der Parkplatz wurde abgesperrt.

Im Laufe des Tages wird ein Brandursachenermittler am Tatort erwartet. Verdächtige gab es laut Polizei zunächst nicht.

Das aktuelle Geschehen weckt Erinnerungen an frühere Fälle: Im Januar 2012 etwa waren in einem Magdeburger Autohaus zwölf nagelneue Polizeiautos abgebrannt. Der Innenminister hätte sie wenig später an die Polizeidirektion Nord übergeben sollen. Nur zwei Tage nach dem Brand mit einem Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro setzten Unbekannte in Halle einen Streifenwagen in Brand. Sie legten das Feuer auf einem Parkplatz eines Polizeireviers. Nach den Tätern wird noch immer gesucht.

2013 war zudem auf die Bundeswehr-Kaserne in Havelberg ein Brandanschlag verübt worden. 16 Fahrzeuge waren beschädigt worden, 20 000 Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter wurden ausgesetzt.

Quelle: dpa
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