Mann soll gefilmt haben

Dritte Festnahme wegen Tötung von schwarzem Jogger in Amerika

22.05.2020
, 10:13
Ein Kind schaut auf eine Gedenkstätte, die in der Nähe des Tatorts liegt, wo Ahmaud Arbery ermordet wurde.
Im Fall des getöteten schwarzen Joggers in Georgia hatte ein Video Aufsehen erregt, in dem die Tat zu sehen ist. Nun soll auch der Mann festgenommen worden sein, der es gefilmt hat.

Im amerikanischen Bundesstaat Georgia ist wegen der tödlichen Schüsse auf einen unbewaffneten schwarzen Jogger ein dritter Tatverdächtiger festgenommen worden. Der 50 Jahre alte Mann wird des Mordes beschuldigt, wie die Staatsanwaltschaft von Georgia am Donnerstag mitteilte. Nach Angaben von Lee Merritt, des Anwalts der Familie des getöteten Ahmaud Arbery, filmte William B. den Angriff am 23. Februar aus seinem Auto. Das GBI, die Ermittlungsbehörde des Staates Georgia, bestätigte dies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Es dauerte mehr als zwei Monate, bis es die ersten beiden Festnahmen wegen des Mordes an dem 25 Jahre alten Ahmaud Arbery gab. Die Ermittlungen kamen erst richtig in Gang, als der Fall durch das verstörende Handy-Video breite Aufmerksamkeit erlangte. Arbery wurde beim Joggen getötet. Anwalt Merritt wirft William B. vor, er sei bewaffnet gewesen und habe beim Filmen seine Waffe entsichert. In dem 14-Sekunden-Video ist in der Tat ein entsprechendes Geräusch zu hören.

Anfang Mai waren der 64 Jahre alte Gregory M. und sein 34 Jahre alter Sohn Travis festgenommen worden. Ihnen wird schwere Körperverletzung und Mord zur Last gelegt. Den Ermittlern zufolge hatten die Tatverdächtigen Arbery mit zwei Schusswaffen konfrontiert, als dieser in dem Viertel unterwegs war. Alle drei Tatverdächtigen sind weiß.

Der 25 Jahre alte Afroamerikaner Ahmaud Arbery war bereits Ende Februar beim Joggen in einem Wohnviertel der Stadt Brunswick erschossen worden. Erst jedoch nach der Veröffentlichung des Videos und der dadurch ausgelösten öffentlichen Entrüstung wurden Anfang Mai zwei verdächtige weiße Männer festgenommen. Auch ihnen wird Mord vorgeworfen.

Die tödlichen Schüsse wurden von vielen als Beweis für den tief verwurzelten Rassismus in Teilen der amerikanischen Gesellschaft gewertet. Sie erinnern an die Tötung des unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin im Jahr 2012 im Bundesstaat Florida durch einen Nachbarschaftswächter, der letztlich wegen angeblicher Notwehr freigesprochen wurde.

Quelle: AFP/dpa
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