Erste Anhörung des Attentäters

Keine Hinweise auf ein Motiv für die Schüsse

Von Christiane Heil, Los Angeles
24.07.2012
, 15:45
„Es gibt keine glasklaren Fälle“: Staatsanwältin Carol Chambers nach der Anhörung
„Wir müssen noch eine ungeheure Menge von Beweisen sichten“: Der Prozess gegen James Holmes, den Attentäter von Aurora, kann womöglich erst im kommenden Jahr beginnen.
ANZEIGE

Der Prozess gegen den Attentäter von Aurora (Colorado) kann womöglich erst im kommenden Jahr beginnen. Das sagte Staatsanwältin Carol Chambers nach der ersten Anhörung des Täters. Bei dem Termin vor dem Bezirksgericht von Centennial am Montag gab der 24 Jahre alte James Holmes keine Hinweise auf ein Motiv für die Schüsse, mit denen er im Kino Century 16 am Freitag zwölf Menschen tötete und 58 weitere Personen verletzte. Chambers sagte, der mutmaßliche Täter kooperiere nicht mit der Polizei: „Es gibt keine glasklaren Fälle. Wir müssen noch eine ungeheure Menge von Beweisen sichten.“

ANZEIGE

James Holmes machte vor Gericht einen verwirrten Eindruck. So riss er unkontrolliert die Augen auf, schnitt Grimassen und starrte auf den Boden. Holmes’ Pflichtverteidigerin Tamara Brady musste mehrmals für den früheren Studenten antworten, da er auf Fragen des Vorsitzenden Richters William Sylvester nicht reagierte. Chambers sagte, es sei nicht auszuschließen, dass Holmes Medikamente eingenommen habe.

Nach den bisherigen Ermittlungen schoss Holmes bei der Premiere des Films „Batman - The Dark Knight Rises“ am Freitag um kurz vor ein Uhr unvermittelt auf die Zuschauer. Angeblich soll der einstige Student, der das Doktorandenprogramm für Neurowissenschaften der University of Colorado im Frühjahr verlassen hatte, das Verbrechen monatelang geplant haben. Unter anderem bestellte er über das Internet Waffen, Sprengstoff und viel Munition. Falls er bei dem nächsten Gerichtstermin am Montag wegen Mordes angeklagt wird, droht ihm die Todesstrafe. Holmes’ Eltern ließen durch eine Anwältin mitteilen, dass sie ihn auch weiterhin unterstützten: „Wir fühlen mit den Opfern und ihren Familien, aber er ist unser Sohn.“

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE