Filme in sozialen Medien

Frankfurter Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe nach Videos

Von Katharina Iskandar
05.01.2021
, 18:05
Im Internet kursieren Videos von einer gewaltsamen Corona-Kontrolle der Frankfurter Polizei und einer „impfkritischen Lautsprecherdurchsage“ auf einer Demonstration. Jetzt äußert sich die Behörde zu den Vorwürfen.

Ein Video, das vor etwa drei Wochen auf dem Markt an der Konstablerwache aufgenommen worden war, hat eine neue Diskussion über mutmaßliche Polizeigewalt hervorgerufen. In der Bildsequenz ist ein Mann zu sehen, der neben einem Obst- und Gemüsestand am Boden liegt und von mehreren Beamten fixiert wird. Jemand, bei dem es sich mutmaßlich um einen der Polizisten handelt, ruft: „Halt jetzt die Klappe und dreh dich um.“ Aus dem Off ist eine weitere Stimme zu hören: „Er hat nichts gemacht.“ Der Mann am Boden ruft ebenfalls: „Ich habe nichts gemacht.“ Er wird jedoch weiter festgehalten. In einem weiteren Video wird eine Frau gezeigt, die offenbar an dem Obst- und Gemüsestand arbeitet. In einer Art Interview nimmt sie Bezug auf den Vorfall und behauptet, die Polizisten hätten den Mann grundlos angegriffen, obwohl er nur Salat habe kaufen wollen.

Ob sich der Vorfall so oder ähnlich zugetragen hat, ist nun Gegenstand von Ermittlungen. Die Polizei bestätigte am Dienstag den Einsatz, der sich nach Angaben eines Sprechers bereits am 12. Dezember ereignet hat. Allerdings, äußerte der Sprecher weiter, zeige die Szene das Geschehen „in stark verkürzter Form“. Der Festnahme seien Ordnungswidrigkeiten und später auch Straftaten vorangegangen, darauf hätten die Beamten reagiert.

Diese Version wird offenbar von mehreren weiteren Zeugen unterstützt, die sich an diesem Tag an die Polizei gewandt hatten und angaben, auf dem Marktgelände befinde sich ein Mann, der keinen Mund-Nasen-Schutz trage. Ein Zeuge sagte, er habe zudem auf den Boden gespuckt. Daraufhin, so der Polizeisprecher, hätten die Beamten, die an diesem Tag wegen der „Querdenken“Demonstration in großer Zahl präsent waren, den Mann angesprochen, der zu diesem Zeitpunkt tatsächlich ohne Maske unterwegs gewesen sei. Als sie ihn aufgefordert hätten, einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen, sei er aggressiv geworden. Er habe seine Personalien nicht angeben wollen und Widerstand geleistet. Die Beamten hätten den Mann daraufhin festnehmen und ihn mit auf das Polizeirevier nehmen müssen. Gegen ihn werde nun unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Zugleich hat die Polizei auf einen weiteren Vorwurf reagiert, der sich auf eine „impfkritische Lautsprecherdurchsage“ bezieht, die am vergangenen Wochenende während einer Corona-Demonstration zu hören war. Auf ihrem Twitter-Kanal stellte die Behörde klar, dass der Beitrag nicht, wie es den Eindruck erwecke, über den Lautsprecher des Polizeiwagens verbreitet wurde, sondern von dem Fahrzeug dahinter, in dem Demonstrationsteilnehmer saßen. „Falls ihr über das Bild unten stolpert“, schrieb die Behörde auf Twitter, „... stimmt nicht.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Iskandar, Katharina
Katharina Iskandar
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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