Angriff auf 15-Jährigen

Gewalttat an Jugendlichem erschüttert Frankreich

24.01.2021
, 21:28
In einem Pariser Bankenviertel schlägt eine Gruppe Jugendlicher einen Schüler brutal zusammen. Der Junge liegt eine Woche im Koma – nun ermittelt die Polizei wegen versuchten Mordes.

Ein Fall von besonders heftiger Gewalt an einem Jugendlichen hat in Frankreich einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. In den sozialen Medien war ein Video zu sehen, auf dem etwa zehn Jugendliche in Sportkleidung und Kapuzenjacken einen 15-Jährigen brutal zusammenschlagen – unter anderem mit Eisenstangen. Der Angriff ereignete sich bereits Mitte Januar in einem Pariser Geschäftsviertel.

Das Opfer wurde so stark verletzt, dass die Ärzte den Jugendlichen in ein künstliches Koma versetzten, aus dem er erst am Samstag erwachte. Wie die Pariser Staatsanwaltschaft am Sonntag der französischen Nachrichtenagentur AFP mitteilte, wurden Ermittlungen wegen versuchten Mordes an die Pariser Justizpolizei weitergeleitet. „Ein Angriff voll unglaublicher Wildheit“, twitterte der französische Innenminister, Gérald Darmanin, am Samstag.

Über den Hintergrund des brutalen Angriffs ist bislang wenig bekannt. Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass Vergeltung zwischen zwei Banden derzeit als mögliches Motiv betrachtet werde. Französischen Medien zufolge war der Schüler nach dem Unterricht mit Freunden durch den Stadtteil gelaufen, in dem die Gruppe laut Angaben eines Cousin des Opfers gezielt auf der Suche nach Jugendlichen aus dem Viertel war. Beim Versuch zu fliehen stolperte der Junge demnach und konnte so von der Gruppe angegriffen werden. Dabei erlitt der 15-Jährige seiner Mutter zufolge mehrere Brüche an Armen, Schultern, Rippen, Fingern und auch am Schädel.

Prominente wie der französische Schauspieler Omar Sy („Ziemlich beste Freunde“) und Fußball-Nationalspieler Antoine Griezmann reagierten am Wochenende mit Tweets, sie wünschten Kraft und gute Besserung.

Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigt, wie Jugendliche auf eine am Boden liegende Person mit Stöcken einschlagen und mit Füßen treten. Laut „France Info“ habe der Elysée-Palast am Samstagabend mit der Mutter des Opfers gesprochen, ebenso die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo.

Quelle: marf./anws./dpa
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