<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Geldstrafe für Auto-Raser

„Ich hätte jemanden gefährden können“

Von Anna Vollmer
Aktualisiert am 01.07.2020
 - 10:01
Am 12. Januar dieses Jahres waren die beiden 22 und 23 Jahre alten Männer jeweils mit einem Mercedes AMG über die Mainzer Landstraße gerast
An einem Abend rasen zwei junge Männer über eine Straße in Frankfurt. Ein anderer Autofahrer wählt den Notruf. Die Raser landen schließlich vor Gericht. Und zeigen sich einsichtig. Bestraft werden sie dennoch.

Sie hatten cool sein wollen. So jedenfalls begründet einer der beiden Angeklagten, die sich am Dienstag vor dem Frankfurter Amtsgericht wegen der Teilnahme an einem illegalen Autorennen verantworten mussten, seine Tat. Am 12. Januar dieses Jahres waren die beiden 22 und 23 Jahre alten Männer jeweils mit einem Mercedes AMG über die Mainzer Landstraße gerast.

Ein anderer Autofahrer, der an einer Kreuzung an der roten Ampel stand, hatte gemerkt, dass sein Fahrzeug „gewackelt“ habe, als die beiden vorbeifuhren, und rief den Notruf. Eine zivile Streife nahm die Verfolgung auf, kam zunächst aber nicht hinterher, weil die beiden Fahrer mit bis zu 130 Kilometer je Stunde unterwegs waren. Als die Angeklagten schließlich doch zum Stehen kamen, gaben sie ihre Autoschlüssel ohne Protest ab.

Rennen „spontan“

Der 23 Jahre alte Mann sagte, er und sein Cousin hätten sich an diesem Abend dazu entschlossen, eine Runde durch die Stadt zu drehen. Dabei sei er selbst mit seinem eigenen Auto unterwegs gewesen, sein jüngerer Cousin hatte sich einen Wagen geliehen. Das Rennen habe sich „spontan ergeben“, sein Cousin habe beschleunigt, da habe er mitgezogen.

Beide Männer gaben ihre Tat ohne Einwände zu. „Zehn Sekunden nachdem mein Auto und mein Führerschein weg waren, habe ich gemerkt, wie dumm das war. Ich hätte jemanden gefährden können“, sagte der ältere Angeklagte, der wegen Nötigung im Straßenverkehr bereits zweifach vorbestraft ist. Beide Angeklagten waren nach der Tat in eine MPU-Beratung gegangen.

Die Staatsanwaltschaft sagte, das Mindeststrafmaß sei trotz der Einsicht beider Männer nicht genug: „Man muss sich klarmachen: Es hätte hier auch um Mordvorsatz gehen können. Die beiden Angeklagten hatten nur Glück, dass es nicht dazu kam.“ Der Vorfall sei von dem, bei dem zwei Männer in Berlin durch die Innenstadt gerast und wegen Mordes verurteilt worden waren, nicht allzu weit entfernt. Zwar hatten die Frankfurter Angeklagten an allen roten Ampeln gehalten. Mit einer so hohen Geschwindigkeit hätten sie jedoch damit rechnen müssen, jemand anderen umzubringen. Zudem hätten sie das Rennen nicht selbst beendet, sondern erst, als die Polizei sie angehalten habe. Auch die Vorstrafe des Älteren zeige, dass eine Einsicht nicht unbedingt von Dauer sei.

Diesen Argumenten stimmte der Richter in großen Teilen zu. Er verurteilte beide Angeklagten zu Geldstrafen und dem Entzug der Fahrerlaubnis für ein Jahr im Fall des vorbestraften Angeklagten, für fünf Monate im Fall seines Cousins.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Vollmer, Anna
Anna Vollmer
Volontärin.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.