<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
„Globale Bedrohung“

Fast 500 Mafia-Bosse auf der Flucht

Aktualisiert am 30.01.2020
 - 18:35
Ein italienischer Polizist öffnet im Dezember 2019 ein Paket, das bei einer Razzia gegen die Mafia-Organisation 'Ndrangheta beschlagnahmt wurde.
Interpol und Italiens Polizei rufen zum „globalen Angriff“ gegen Mafia-Mitglieder der ’Ndrangheta auf – denn die kriminellen Machenschaften beschränken sich keineswegs nur auf Italien. Auch Deutschland ist betroffen.

Die italienische Polizei und Interpol haben zu einem weltweiten Angriff auf die Mafiaorganisation ’Ndrangheta aufgerufen, da diese eine globale Bedrohung sei. Derzeit seien 498 Mafia-Bosse flüchtig, erklärte die Polizei bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock am Donnerstag in Kalabrien. Unter den Flüchtigen seien 134 Bosse der ’Ndrangheta, 55 würden international gesucht.

Die ’Ndrangheta stammt aus der süditalienischen Region Kalabrien. „Die ’Ndrangheta ist eine globale Bedrohung und kein italienisches, folkloristisches und ländliches Phänomen“, betonten die Behörden. Sie habe mittlerweile in Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und Dutzenden anderen europäischen Ländern ein wichtiges Standbein – außerdem unter anderem in den Vereinigten Staaten, Kanada, Brasilien und in afrikanischen Ländern. „Die ’Ndrangheta ist die größte, mächtigste und verzweigteste kriminelle Organisation der Welt.“

Die ’Ndrangheta basiert auf Familienbanden und auf einem Blutschwur. Das führe zu einem extrem starken Zusammenhalt der Organisation, teilte die Polizei mit. Von 1189 Informanten von Mafiaorganisationen, die mit den Ermittlern kooperieren, stammen 42 Prozent von der Camorra (Neapel), 22 Prozent von der Cosa Nostra (Sizilien), 7 Prozent von der apulischen Mafia und 15 Prozent von der ’Ndrangheta. An der Spitze der pyramidenförmigen Organisation der ’Ndrangheta stünde ein „Santa“ (Heiliger), dessen Identität nicht einmal die anderen Bosse kennen. Ihr Geld verdient die Organisation hauptsächlich mit dem Kokainhandel. Sie infiltriert auch Behörden, Politik und Unternehmen.

800 bis 1000 Mitglieder in Deutschland

In Deutschland macht die ’Ndrangheta vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg immer wieder Schlagzeilen. In Duisburg wurden im August 2007 bei einer ’Ndrangheta-Fehde sechs Menschen vor einer Pizzeria erschossen. Anfang Dezember gab es in Deutschland eine großangelegte Razzia gegen die ’Ndrangheta, Dutzende Menschen wurden bei der Operation „Pollino“ festgenommen.

Aus einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung geht hervor, dass die Zahl der Mitglieder, die der ’Ndrangheta in Deutschland zuzurechnen sind, bei geschätzten 800 bis 1000 Mitgliedern liegt. Demnach sind sie vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv. „Die Bundesregierung teilt die Auffassung, dass die ’Ndrangheta eine sehr hohe globale Vernetzung aufweist“ heißt es in der Antwort auf die Anfrage im Mai 2019. „Die (...) Aussage, die ’Ndrangheta sei die weltweit gefährlichste kriminelle Organisation, ist eine eher subjektive Einschätzung und abhängig von den zugrunde gelegten Kriterien.“

Quelle: dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.