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Griselda Blanco

„Kokainkönigin“ in Medellin erschossen

Von Josef Oehrlein
Aktualisiert am 05.09.2012
 - 15:26
Griselda Blanca auf einem Foto der Polizei von Miami
Als Pionierin des Drogenhandels zwischen Kolumbien und den Vereinigten Staaten erhielt Griselda Blanco in den sechziger Jahren den Namen „Kokainkönigin“. Dutzende Morde wurden ihr zur Last gelegt, in Florida verbüßte sie eine lange Haftstrafe. Nun ist sie erschossen worden.

Die kolumbianische „Kokainkönigin“ der sechziger Jahre, Griselda Blanco, die eine Haftstrafe von 20 Jahren in den Vereinigten Staaten verbüßt hatte, ist in Medellín ermordet worden. Die Neunundsechzigjährige sei von einem Meuchelmörder mit zwei Kopfschüssen getötet worden, als sie eine Metzgerei im Stadtteil Belén im Westen Medellíns verließ, teilten die Behörden mit. Sie sei in Begleitung einer ihrer Schwiegertöchter gewesen, die schwanger ist. Der Mörder floh auf einem Motorrad.

Im Alter von dreizehn Jahren hatte sich Blanco einer Gruppe von Straßenkindern angeschlossen, mit der sie Raubüberfälle beging. Zur Zeit der großen Kartelle von Medellín und Cali belieferte sie deren Chefs, Pablo Escobar, Carlos Ledher und die Brüder Miguel und Gilberto Rodríguez, mit Drogen. Bekannt wurde sie mit ihrer Idee, in die Vereinigten Staaten „Kokain zu exportieren“. Während der siebziger und achtziger Jahre galt sie als Pionierin des Medellin-Kartells in Miami und als eine von dessen grausamsten und sadistischsten Führungspersönlichkeiten. Ihr wurden etwa 200 Morde zur Last gelegt. Sie habe den „Mördern der siebziger Jahre Lektionen erteilt“, nachdem sie mehrere Rivalen, unter ihnen einen ihrer Ehemänner, mit der Pistole in der Hand ermordet hatte, wie es in ihren Biographien heißt. Daher auch ihr Beiname „die schwarze Witwe“.

Bekannt auch unter den Spitznamen „die Kartoffel“ oder „die Patin“, schuf sie die Grundlagen für die Drogenrouten zwischen Kolumbien und den Vereinigten Staaten. Ihr Operationszentrum hatte sie nach Miami verlegt, wo sie ein Luxusappartement bewohnte. Nach ihrer Festnahme 1985 in Irvine (Kalifornien) wurde sie vom Staat Florida wegen „Verschwörung zum Zwecke der Einfuhr von Drogen“ verurteilt und 2004 nach Kolumbien abgeschoben. Dort lebte sie seither im Untergrund. Drei ihrer vier Söhne, die vor ihr nach Kolumbien abgeschoben worden waren, wurden innerhalb weniger Tage nach ihrer Ankunft erschossen. Sie galt als eine der reichsten Frauen der Welt. Auf Grund ständigen Rauschgiftkonsums litt sie unter Schizophrenie.

Quelle: F.A.Z.
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