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Italien

Demonstration nach Mord an Senegalesen

Von Matthias Rüb, Rom
 - 16:43

Mehr als 10.000 Menschen haben in Florenz gegen Rassismus und Fremdenhass in Italien demonstriert. Anlass für die Kundgebung am Samstag, an der auch Bürgermeister Dario Nardelli und der Präsident der Region Toskana, Enrico Rossi, teilnahmen, war der Tod eines senegalesischen Straßenhändlers.

Der 54 Jahre alte Idy Diene, der seit mehr als 20 Jahren in Italien lebte, war am vergangenen Montag von einem italienischen Rentner am helllichten Tage auf der Vespucci-Brücke erschossen worden. Der Todesschütze gab an, er habe wegen Geldproblemen eigentlich sich selbst töten wollen, habe dann aber wahllos auf den ersten Passanten geschossen, der ihm begegnet sei.

Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie „Idy war ein Mann des Friedens“ und „Antifaschistisches Florenz“ mit sich. Vertreter der in Florenz und Umgebung lebenden Senegalesen forderten eine vollständige Aufklärung der Hintergründe der Bluttat. Sie argwöhnen, dass der Täter in Wahrheit von rassistischen Motiven geleitet war.

Regionalpräsident Rossi, der wie Bürgermeister Nardelli dem sozialdemokratischen Partito Democratico angehört, versprach Soforthilfe der Region Toskana für Dienes Witwe Ndeye Mbengue in Höhe von 20.000 Euro.

Für Mbengue ist es bereits der zweite tragische Verlust. 2011 waren ihr erster Ehemann Modou Samb und ein weiterer senegalesischer Straßenverkäufer von einem jungen Rechtsradikalen auf der Piazza Dalmazia in Florenz erschossen worden. Mbengue ist der Überzeugung, dass auch ihr zweiter Ehemann Opfer eines rassistischen Mordes wurde.

Quelle: F.A.Z.
Matthias Rüb
Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.
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