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Nach Haftstrafe in Amerika

Doppelmörder Jens Söring wird entlassen und abgeschoben

Von Majid Sattar, Washington
 - 16:13
Jens Söring gibt 2011 im Gefängnis „Buckingham Correctional Center“ ein Interview.

Die Entscheidung der Bewährungskommission im Bundesstaat Virginia kam unerwartet. Ein Fall, der über Jahrzehnte in Amerika und in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt hatte, kommt nun zu einem Abschluss: Der 1990 wegen Doppelmordes verurteilte deutsche Diplomatensohn Jens Söring wird aus dem Gefängnis entlassen und abgeschoben.

Das bestätigte das Büro des Gouverneurs Ralph Northam, das zudem darauf hinwies, dass es Sörings Antrag auf vollständige Begnadigung abgelehnt habe. Der Gouverneur respektiere die Entscheidung der Bewährungskommission, hieß es in der Mitteilung. Söring solle der Einwanderungspolizei übergeben und mit einem Wiedereinreiseverbot für die Vereinigten Staaten belegt werden.

1985 war Söring wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Eltern waren in Lynchburg in Virginia erstochen worden. Nachdem das junge Studentenpaar in Verdacht geraten war und sich zur Flucht entschlossen hatte, wurde es 1986 in London gefasst und schließlich an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Haysom wurde wegen Anstiftung zum Mord zu zweimal 45 Jahren Haft verurteilt. Auch die heute 55 Jahre alte Kanadierin Haysom wird nun freigelassen und abgeschoben.

Söring hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen und ausgesagt, er habe lediglich seine Freundin vor der Todesstrafe bewahren wollen. Er habe erwartet, dass er als Diplomatensohn Immunität genieße. Die Zeitung „Richmond Times-Dispatch“ zitierte die Vorsitzende der Bewährungskommission Virginias, Adrianne Bennett, mit den Worten, Sörings Unschuldsbehauptungen entbehrten jeder Grundlage. Der Beschluss, ihn freizulassen und abzuschieben, sei aber angemessen wegen Sörings jungen Alters zur Tatzeit und der Länge der verbüßten Strafe.

Warum der Fall als Musterbeispiels eines Justizskandals gilt, können Sie in diesem Gastbeitrag für F.A.Z. Einspruch lesen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sattar, Majid (sat.)
Majid Sattar
Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.
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