Kindesmissbrauch

Hausdurchsuchungen bei vielen Verdächtigen

Von Helmut Schwan
26.02.2013
, 21:02
Gefährlich: ältere Männer versuchen in Internetforen das Vertrauen von Mädchen zu gewinnen
Gegen mehr als drei Dutzend Männer wird wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. Die Tatverdächtigen hatten durch Cyber-Grooming versucht, im Internet mit Minderjährigen sexuelle Kontakte aufzubauen.

Im bislang größten bekanntgewordenen Komplex von Cyber-Grooming hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mehr als 40 Wohnungen in mehreren Bundesländern durchsuchen und Beweismittel sicherstellen lassen. Sie wirft mehr als drei Dutzend Männern im Alter von 20 bis 72 Jahren sexuellen Missbrauch von Kindern und den Besitz kinderpornographischer Schriften vor. Sie sollen im September vergangenen Jahres die Minderjährigen über ein soziales Netzwerk im Internet kontaktiert und später sexuelle Handlungen vor der Webcam an sich vorgenommen haben.

Ihnen wird vorgeworfen, die Minderjährigen auch aufgefordert zu haben, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag weiter mitteilte, wurden bereits vor einer Woche Häuser unter anderem in Hessen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen durchsucht, etwa 130 Polizisten seien im Einsatz gewesen. Sie stellten Computer und Datenträger in großem Umfang sicher. Wie viele Opfer es gab, war nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft noch nicht bekannt. Ein Mann aus Mecklenburg-Vorpommern sitzt in Untersuchungshaft, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund sagte.

Haftbefehle ergingen noch nicht

Die anderen Beschuldigten sind nach Darstellung des hessischen Justizministeriums wieder auf freiem Fuß. Haftbefehle ergingen bis zum Dienstag noch nicht. Bislang gibt es keine Hinweise, dass die Verdächtigen untereinander organisiert waren. Als Cyber-Grooming bezeichnen Kriminologen die Versuche meist älterer Männer, als vermeintlich verständnisvolle Gesprächspartner in Internetforen das Vertrauen von Mädchen zu gewinnen und sie mitunter schon nach kurzer Zeit dazu zu bewegen, über Beziehungen und Sexualität zu sprechen.

Weiteres Ziel der Täter ist es, die Kinder und Jugendlichen zu sexuellen Handlungen zu überreden. In einigen Fällen gelingt es den Männern, Treffen mit ihren Opfern zu vereinbaren. Laut einer Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft kam es in den aufgedeckten Fällen nicht dazu. Jedoch nehmen die Strafverfolger an, dass es zu einer Vielzahl weiterer Kontakte gekommen ist. Wie sie den Verdächtigen auf die Spur gekommen sind, teilten die Behörden nicht mit.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schwan, Helmut (hs.)
Helmut Schwan
Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.
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