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In Innenstadt von Selb

Mordanklage nach Autorennen

Von Karin Truscheit, München
Aktualisiert am 01.07.2020
 - 16:38
Der Mann ist in Untersuchungshaft.
Nach einem tödlichen Verkehrsunfall wird ein Zwanzigjähriger angeklagt. Er soll nach einem illegalen Autorennen noch mal gewendet haben, um einer Gruppe Jugendlicher zu imponieren – wenig später war ein Neunzehnjähriger tot.

Nach einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang hat die Staatsanwaltschaft Hof Anklage wegen Mordes gegen einen 20 Jahre alten Mann erhoben. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Demnach besteht der dringende Tatverdacht, dass der Mann am 6. Februar mit seinem Auto im Stadtgebiet von Selb an einem verbotenen Rennen teilgenommen und dabei einen 19 Jahre alten Fußgänger mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 bis 90 Kilometer in der Stunde frontal erfasst hat. Trotz sofortiger Reanimationsversuche sei der Fußgänger noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen erlegen.

Schon zuvor habe sich der Zwanzigjährige mit einem neunzehnjährigen Autofahrer ein Autorennen quer durch die Innenstadt von Selb geliefert, mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern in der Stunde. Die Beteiligten fuhren dabei unter anderem auch zweimal über die Wittelsbacher Straße, an deren Fahrbahnrand jeweils das spätere Opfer mit weiteren zehn Jugendlichen stand. Nachdem der neunzehn Jahre alte Fahrer das Rennen beendet hatte, wendete demnach der andere Fahrer. Er habe sich entschlossen, mit „höchstmöglicher Geschwindigkeit“ nochmals an der zuvor in der Wittelsbacher Straße gesichteten Gruppe vorbeizufahren, um dieser zu imponieren.

Die Staatsanwaltschaft Hof legt ihrer Anklage zugrunde, dass neben dem neuen Straftatbestand des Paragraphen 315d Strafgesetzbuch (Verbotene Autorennen) vor allem auch der Tatbestand des Mordes erfüllt sei, da der Zwanzigjährige zumindest mit bedingtem Vorsatz den Tod des jungen Kulmbachers verursacht habe – und sowohl mit gemeingefährlichen Mitteln, als auch heimtückisch. Der Mann, der zur Zeit in Untersuchungshaft ist, hat demnach realisiert, dass die Wahrscheinlichkeit „einer möglichen Tötung unbeteiligter Dritter“ sehr hoch war und dass er diese mögliche Todesfolge billigend in Kauf nahm. Da der junge Mann zur Tatzeit noch Heranwachsender war, wurde Anklage an der Jugendkammer des Landgerichts Hof erhoben.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Truscheit, Karin
Karin Truscheit
Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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