Robert DuBoise

37 Jahre lang unschuldig in Haft

Aktualisiert am 15.09.2020
 - 17:33
Die Rechtsanwältin Susan Friedman mit ihrem Mandanten Robert DuBoise bei einer Pressekonferenz der Hilfsorganisation Innocence Project
Nach fast 37 Jahren Haft hat ein Gericht in Florida einen angeblichen Mörder für unschuldig erklärt. Die Staatsanwaltschaft hatte sich auf Bissabdrücke an einem Leichnam berufen – nicht nur in diesem Fall.

Nach fast 37 Jahren Haft hat ein Gericht in Florida einen angeblichen Vergewaltiger und Mörder am Montag für unschuldig erklärt. Robert DuBoise war bereits vor drei Wochen aus der Hardee Correctional Facility entlassen worden, nachdem ein DNA-Abgleich gezeigt hatte, dass er nicht für das Verbrechen an der 19 Jahre alten Barbara Grams verantwortlich war.

Die Amerikanerin war 1983 in Tampa auf dem Weg von einem Einkaufszentrum nach Hause überfallen worden. Bei einem aufsehenerregenden Strafprozess, bei dem sich die Staatsanwaltschaft auf Bissabdrücke am Leichnam von Grams berief, die angeblich von DuBoise stammen sollten, war der heute Fünfundfünfzigjährige schuldig gesprochen worden.

Wie die Staatsanwaltschaft im Bezirk Hillsborough jetzt ankündigte, wird sie in den kommenden Monaten gemeinsam mit der Hilfsorganisation Innocence Project weitere Fälle untersuchen, bei denen Bissabdrücke zu Verurteilungen führten. Der Verein mit Sitz in New York hatte in den vergangenen Jahren mehr als 30 falsche Urteile nach dem Abgleich der Zahnreihen mutmaßlicher Täter mit Bissspuren an Opfern nachgewiesen.

DuBoise, der vor etwa 15 Jahren den ersten Antrag auf Untersuchung von genetischem Material anstelle von Bissabdrücken stellte, war 1985 anfänglich zur Todesstrafe verurteilt worden. Nach drei Jahren im Todestrakt hatten die Justizbehörden das Urteil durch lebenslange Haft ersetzt. Wie amerikanische Medien meldeten, steht DuBoise wegen einer früheren Straftat aber keine Entschädigung zu.

Quelle: ceh.
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