Mordprozess gegen Robert Durst

Sogar seine Familie hat Angst vor ihm

12.03.2020
, 17:06
Robert Durst und sein Mitverteidiger David Chesnoff während seines Mordprozesses in Los Angeles am Dienstag, 10. März 2020 – Durst steht wegen des Mordes an Susan Berman im Jahr 2000 vor Gericht.
Missbrauch, Aggressivität und Lügen – die Aussagen seiner eigenen Familie lassen den wegen Mordes angeklagten Robert Durst vor den Geschworenen nicht gut dastehen.

Der amerikanische Immobilienerbe Robert Durst, der fast 20 Jahre nach dem gewaltsamen Tod seiner Vertrauten Susan Berman wegen Mordes in Los Angeles vor Gericht steht, macht auch seiner Familie Angst. „Es ist eine fürchterliche Erfahrung, hier zu sein“, sagte sein Bruder Thomas Durst am Mittwoch aus.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Siebzigjährigen geladen, um den Geschworenen Einblicke in die Ehe des Angeklagten mit der vor fast 40 Jahren verschwundenen Kathleen McCormack zu bieten. Wie der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt John Lewin in der vergangenen Woche bei den Eröffnungsplädoyers sagte, soll Robert Durst seine Vertraute Berman an Weihnachten 2000 mit einem Kopfschuss getötet haben, weil sie von dem früheren Mord an McCormack wusste. Roberts Anwälte legten am Dienstag seine Verteidigung dar und erzählten den Geschworenen, dass er in Panik geraten sei, als er Susan Bermans Leiche in ihrem Haus in Beverly Hills fand. Daraufhin hätte er eine Nachricht bezüglich des gefundenen „Körpers“ („cadaver“) in Bermans Heim an die Polizei geschickt und sei weggelaufen, weil er befürchtete, dass er als Verdächtiger betrachtet werden würde.

Die Aussagen über die Beziehung zwischen Robert und Kathleen McCormack waren eindeutig und stellten den Angeklagten in ein negatives Licht. Thomas Durst beschrieb seine seit 1982 verschwundene Schwägerin am Mittwoch als „wundervolle Frau“, die unter dem Angeklagten litt. Er erinnerte sich an einen Besuch von Robert und Kathleen, kurz nach ihrer Hochzeit, bei dem Kathleen nach einem Streit mit ihrem Mann aus dessen Zimmer fliehen musste. Thomas Beschreibung der Beziehung zwischen den Dursts deckte sich mit den im Jahr 1980 getätigten Aussagen ihrer New Yorker Nachbarn. Die Nachbarin Anne Doyle erzählte vor Gericht von mehreren Fällen, in denen Kathleen aus Angst vor ihrem missbräuchlichen Ehemann zu ihnen geflüchtet sei. Es war nicht nur emotionaler Missbrauch, meinte Doyle. „Ich glaube er verprügelte sie“, sagte sie.


Robert Durst, der älteste Sohn des New Yorker Immobilienmoguls Seymour Durst, habe die damalige Medizinstudentin so kurzgehalten, dass sie Lebensmittelmarken beantragen musste. Einige Monate vor ihrem Verschwinden habe sie ihrem Schwager anvertraut, sich scheiden zu lassen. Zudem berichtete sie von finanziellen Unregelmäßigkeiten ihres Ehemannes. Er gab ihr daraufhin fast das gesamte Bargeld, das er bei sich trug. Sie bedankte sich nicht, sondern sagte, sie brauche mehr, erzählte Thomas den Geschworenen. Nach McCormacks Verschwinden konfrontierte Robert seinen Bruder. Er war aggressiv und meinte, er wisse von dem geliehenen Geld. „Ich hatte das Gefühl, ich würde gleich sterben“, beschrieb Thomas vor Gericht die Situation.

McCormack war 2017 für tot erklärt worden. Zwei Jahre zuvor war der 76 Jahre alte Robert Durst abermals verdächtig worden, seine Ehefrau und Berman ermordet zu haben, als er während der Dreharbeiten zu der Fernsehdokumentation „The Jinx – Der Unglücksbringer“ versehentlich ein Geständnis in ein offenes Mikrofon flüsterte.

Quelle: ceh./vals./Bloomberg
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