Suchaktion ohne Erfolg

Berliner Jugendrichterin verschwunden

01.07.2010
, 16:44
Jugendrichterin Kirsten Heisig in ihrem Büro im Amtsgericht Tiergarten in Berlin
Die bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig wird vermisst und bisher vergeblich von der Polizei gesucht. Heisig hat das „Neuköllner Modell“ mitentwickelt, nach dem kriminelle Jugendliche bei kleinen Delikten schneller bestraft werden sollen.
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Die deutschlandweit bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig wird vermisst. Die Polizei bestätigte zwar, dass sie seit Mittwoch in einem Waldstück nach einer 48 Jahre alten Frau sucht, wollte aber mit Hinweis auf deren Persönlichkeitsrechte nicht bestätigen, dass es Frau Heisig ist.

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Frau Heisig wurde für ihr Engagement im „Neuköllner Modell“, einer raschen Ahndung kleinerer Delikte von straffälligen Jugendlichen, bekannt, im Herbst soll ihr Erfahrungsbericht über die Arbeit mit Jugendlichen erscheinen. Die 48 Jahre alte Amtsrichterin ist wohl am Montag nicht zum Dienst erschienen.

Keine Einhaltspunkte für Entführung

Am Mittwoch fand die Polizei ihren ordentlich abgestellten Wagen in einer kleinen Straße im Stadtteil Heiligensee im Norden Berlins. Hunde nahmen ihre Fährte auf, die in einen Wald führte. Dort wurde bis zum frühen Morgen gesucht, am Donnerstagnachmittag ging die Suche weiter. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei durchkämmte ein Waldstück in Berlin
Die Polizei durchkämmte ein Waldstück in Berlin Bild: ddp

Das Neuköllner Modell wird seit einigen Wochen in ganz Berlin angewendet. Es erfordert eine intensive Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtern. Es kommt nur für Taten in Frage, für die allenfalls Arreststrafen von vier Wochen Dauer verhängt werden. Auf schon polizeibekannte jugendliche Serien- und Intensivtäter wird es nicht angewendet.

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Quelle: mk./FAZ.NET
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