Zahlen für 2020

Anzahl der Morde in den USA dramatisch gestiegen

28.09.2021
, 16:28
Eindecken für die Pandemie: Amerikaner warten im März 2020 vor einem Waffenladen in Culver City.
2020 wurden fast 21.600 Amerikaner ermordet. Kriminologen verweisen als Grund für die gestiegene Anzahl an Morden in den USA auf die Corona-Pandemie. Es wurden aber auch mehr Waffen als sonst verkauft.
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Die Zahl von Morden in den Vereinigten Staaten hat 2020 einen stärkeren Sprung gemacht als in früheren Jahren. Laut Daten der amerikanischen Bundespolizei (FBI) von Montag zählten die Justizbehörden der einzelnen Städte durchschnittlich etwa 30 Prozent mehr Tötungsdelikte als 2019. Insgesamt wurden zwischen Januar und Dezember 2020 fast 21.600 Amerikaner ermordet, etwa 4900 mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Zahl der sogenannten Homizide stärker als in jedem anderen Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor knapp 60 Jahren. Auch die Zahl von Verbrechen wie Körperverletzung, Vergewaltigung und Raubüberfälle nahm im vergangenen Jahr eher stark zu.

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Der Kriminologe James Alan Fox, der an der Northeastern University in Boston (Massachusetts) zu Gewaltverbrechen forscht, verwies auf die besonderen Umstände des Jahres 2020, die den rasanten Anstieg voraussichtlich zu einem Ausreißer machten. „Das vergangene Jahr war in vielerlei Hinsicht einzigartig. Wegen der Pandemie haben die Menschen nicht ihr gewohntes Leben gelebt: Kinder waren nicht in der Schule, Erwachsene nicht bei der Arbeit“, sagte Fox der USA Today. Zudem sei die amerikanische Gesellschaft in politischen und sozialen Fragen sowie bei der Eindämmung des Coronavirus gespalten gewesen. Gleichzeitig wurden mehr Waffen verkauft. „Im Eifer des Gefechts wurden diese Waffen dann auch irgendwann eingesetzt“, fasste der Kriminologe zusammen. Laut der Erhebung des FBI kamen bei mehr als drei von vier Morden im Jahr 2020 Handfeuerwaffen oder Gewehre zum Einsatz.

Fachleute verglichen den rasanten Anstieg derweil mit den Verbrechenswellen der Neunziger in den USA. Die Zahl der Gewaltverbrechen liege zwar weit niedriger als damals. Während in den Neunzigern aber vor allem Metropolen wie Los Angeles und New York heimgesucht wurden, verzeichneten im vergangenen Jahr auch kleinere Städte mehr Morde.

Quelle: ceh.
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