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Vereinigte Staaten

Hausbesitzer zielen mit Waffen auf Protestzug

Aktualisiert am 30.06.2020
 - 13:08
Ein Paar in St. Louis richtet Waffen auf Demonstranten
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Anwohner fühlen sich bedroht
Hausbesitzer ziehen Waffen gegen Demonstranten

Demonstranten in St. Louis nutzen eine Privatstraße. Deren Anwohner fühlen sich bei ihrem Abendessen im Freien bedroht – und greifen zu den Waffen.

Auf einem Protestmarsch gegen Rassismus und Polizeigewalt in der amerikanischen Stadt St. Louis haben Demonstranten eine Privatstraße genutzt – zwei sich bedroht fühlende Anwohner griffen daraufhin zu ihren Waffen. Auf Videos sei zu sehen, wie ein Paar am Sonntagabend mit einem Gewehr und einer Handwaffe aus einem der Häuser gekommen sei, berichtete der amerikanische Sender CNN am Montag.

Auf Fotos erkennbar richtete die Frau ihre Handwaffe auf die Demonstranten, als diese an der Villa vorbei in Richtung des Hauses von Bürgermeisterin Lyda Krewson ziehen wollten. Das Ehepaar sagte später dem CNN-Tochtersender KMOV, es habe um sein Leben gefürchtet angesichts von etwa 100 Menschen, die auf einmal auf das Anwesen zugekommen seien.

Nach Angaben des Lokalreporters Daniel Shular waren etwa 500 Menschen unterwegs, um vor dem Haus der Bürgermeisterin wegen der Veröffentlichung der Namen von Befürwortern einer Polizeireform zu protestieren. Da die Straße zu ihrem Haus gesperrt gewesen sei, hätten die Teilnehmer ein offenes Tor genutzt, um über die Privatstraße namens Portland Place zu ihrem Ziel zu gelangen, sagte Shular CNN. Der Vorfall mit dem Ehepaar habe etwa zehn Minuten angedauert. Auf zwei Videos, die CNN vorlagen, war der Wortwechsel zwischen den Eheleuten und Demonstranten nicht zu verstehen. Präsident Donald Trump verbreitete Videoaufnahmen des Vorfalls auf Twitter weiter.

„Ein Mob von mindestens 100 Menschen krachte durch das historisch gearbeitete Eisentor von Portland Place, machte es kaputt und kam auf mein Haus zu, wo meine Familie gerade im Freien zu Abend aß und ließ uns um unsere Leben fürchten“, sagte Mark McCloskey CNN. Der Anwalt des Ehepaars teilte CNN in einer Erklärung mit, nicht die friedlichen Demonstranten hätten sie so reagieren lassen, sondern die Gewalt und Aggression einiger weniger Teilnehmer. Auch die McCloskeys hätten die Botschaft der Demonstranten unterstützt, ihr Eigentum aber gesetzmäßig verteidigt, so der Anwalt. Die Polizei nahm Ermittlungen auf.

Seit Bürgermeisterin Krewson die Namen derer veröffentlichte, die im Zuge der landesweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt eine Polizeireform unterstützen, gibt es Forderungen nach ihrem Rücktritt.

Quelle: dpa
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