Dortmund

Zweiter Anlauf im Mordfall Schalla

Von Reiner Burger
Aktualisiert am 04.08.2020
 - 17:35
Der Angeklagte beim Neubeginn des Mordprozesses in Dortmund
Vor 27 Jahren soll Ralf H. die damals 16 Jahre alte Schülerin Nicole-Denise Schalla heimtückisch umgebracht haben. Nun beginnt der zweite Anlauf der Hauptverhandlung gegen den mutmaßlichen Täter.

Vor dem Landgericht Dortmund hat am Dienstag der zweite Prozess gegen Ralf H. begonnen, der vor 27 Jahren die damals 16 Jahre alte Nicole-Denise Schalla heimtückisch und zur Befriedigung seines Geschlechtstriebs umgebracht haben soll.

Dem heute 55 Jahre alten Ralf H. wird vorgeworfen, die Dortmunder Schülerin am 14.Oktober 1993 auf ihrem Weg nach Hause verfolgt zu haben, um sie zu vergewaltigen. Als sich die Jugendliche dagegen wehrte, hat H. sie nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft minutenlang gewürgt und damit letztlich getötet.

Die Ermittler waren Ralf H. erst 25 Jahre nach der Tat auf die Spur gekommen. Im Sommer 2018 war es Kriminalisten gelungen, dem Mann aus Castrop-Rauxel mit Hilfe neuer DNA-Auswertetechniken eine 1993 am Leichnam der Schülerin sichergestellte Hautschuppe zuzuordnen.

Der erste Prozess gegen Ralf H. stand im Herbst 2019 kurz vor dem Abschluss, als eine Richterin schwer erkrankte, später bremste die Corona-Pandemie das Verfahren aus. Im Juli ordnete das Oberlandesgericht Hamm mit Verweis auf das Beschleunigungsgebot in Haftsachen dann die Entlassung des Angeklagten aus der Untersuchungshaft an.

Zum Auftakt der zweiten Hauptverhandlung am Dienstag äußerte sich H. nicht zu den Vorwürfen. Seinen Verteidiger ließ der Angeklagte aber am Rande der Verhandlung sagen, er fühle sich unschuldig und werde sich dem Prozess erhobenen Hauptes stellen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Burger, Reiner
Reiner Burger
Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
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