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Kritik von Amerikas Botschafterin

Japan tötet wieder Delfine

 - 09:24
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Ungeachtet weltweiter Proteste schlachtet Japan wieder Delfine ab. Im Zuge der laufenden Jagdsaison haben Fischer im Walfangdorf Taiji mehrere Tiere eingetrieben, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung am Montag auf Anfrage mitteilte. Wie viele Tiere seit Beginn der Fangsaison im September bisher schon in Taiji abgeschlachtet wurden, konnte der Sprecher nicht sagen. Zuerst wählen Tiertrainer in einer einsehbaren Bucht die besten Exemplare für Delfinarien im In- und Ausland aus, dann werden die übrigen mit Speeren, Haken und Messern in einer Nachbarbucht getötet.

In die weltweiten Proteste gegen die alljährliche Treibjagd hat sich nun auch die neue amerikanische Botschafterin in Japan, Caroline Kennedy, gereiht. Sie sei „tief besorgt über die Unmenschlichkeit“ der Delfintötungen, kritisierte Kennedy auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Die amerikanische Regierung lehne Treibjagd-Fischerei ab, so Kennedy. Ihre Kritik übte sie am Wochenende sowohl auf Englisch als auch in Japanischer Sprache. Bis Montag wurde ihr japanischer Beitrag von Nutzern bereits mehr als 2300 Mal weitergesendet. Tausende Delfine fallen in Taiji, etwa 700 Kilometer südlich von Tokio, sowie wenigen anderen Orten Japans der Jagd zum Opfer – mit Billigung der Regierung, die Fangquoten setzt. Allerdings ist die Zahl der gejagten Delfine nach Erkenntnissen von Umweltschützern rückläufig.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Anzahl der gejagten Delfine und Kleinwale um 83 Prozent zurückgegangen, von 18.369 auf 3104 Tiere, hatte die Artenschutzorganisation Pro Wildlife anlässlich der im September in Japan begonnenen Treibjagdsaison mitgeteilt. Auch Daten der Regierung bestätigen den Trend. Demnach waren 2010 noch 6577 Delfine und Kleinwale gejagt worden, ein Jahr später seien es nur noch 3283 Tiere gewesen.

Tsunami führte zum Rückgang des Delfinfangens

Das Fischereiministerium in Tokio nannte als einen Grund für den Rückgang die Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011, bei der viele Fischer ihre Boote verloren. Nach Angaben von Pro Wildlife (München) werden allerdings immer mehr der Tiere lebend gefangen und für hohe Geldsummen an Delfinarien im In- und Ausland verkauft.

Die Organisation vermutete als Grund für die rückläufigen Jagdzahlen, dass jüngere Japaner um die Belastung des Fleisches der Delfine mit Giftstoffen wüssten und es kaum noch verzehrten. Allerdings wird in Japan ohnehin generell kaum Wal- oder Delfinfleisch gegessen. Dies beschränkt sich meist auf Walfangorte.

Quelle: FAZ.NET/ dpa
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