Älteste Europäerin

116 Jahre alte Französin übersteht Corona-Infektion

10.02.2021
, 12:39
Schwester André hat kurz vor ihrem 117. Geburtstag eine Corona-Infektion überstanden.
Zehn Päpste, zwei Weltkriege und nun Corona – die Ordensfrau Schwester André hat schon einiges erlebt. Nach einer überstandenen Corona-Infektion feiert die älteste Einwohnerin Europas am Donnerstag ihren 117. Geburtstag.
ANZEIGE

Nach einer glimpflich überstandenen Covid-19-Infektion feiert die älteste Französin, Schwester André, am Donnerstag ihren 117. Geburtstag. „Ich hatte keine Angst“, erzählte die Ordensfrau dem französischen Nachrichtensender BFM-TV. Der Tod schrecke sie nicht, deshalb habe sie der Corona-Ausbruch nicht beunruhigt. Sie habe schon so viele Kriege und Katastrophen erlebt, dass sie sich vor der Pandemie nicht fürchte. Die Französin hat zehn Päpste, drei französische Republiken und zwei Weltkriege erlebt.

ANZEIGE

Die erblindete Ordensfrau lebt in einem Altenpflegeheim in Toulon an der Côte d’Azur. Im Januar waren in dem Heim mehr als 80 hochbetagte Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden, unter ihnen auch Schwester André. Aber sie entwickelte keine Symptome. „Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich mich infiziert hatte“, erzählte die Ordensfrau der Lokalzeitung „Var Matin“. Sieben andere Heimbewohner erlagen den Folgen der Covid-19-Erkrankung. Die älteste katholische Ordensfrau der Welt gilt seit Oktober 2017 als älteste Französin und seit Juni 2019 als älteste Europäerin.

Sie wurde am 11. Februar 1904 in Alès in Südfrankreich als Lucile Randon in einer protestantischen Familie geboren. Während des Ersten Weltkriegs musste sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten und fand im Alter von zwölf Jahren als Kindermädchen Anstellung in einer wohlhabenden Familie. Später arbeitete sie als Hauslehrerin bei der protestantischen Autobauerfamilie Peugeot. 1923 ließ sie sich katholisch taufen, 1944 trat sie in Paris als Novizin in den Orden der Vinzentinerinnen ein und nahm den Ordensnamen André an. Mehr als drei Jahrzehnte arbeitete sie in einem Krankenhaus im Kurort Vichy und kümmerte sich dort um Waisen und Alte. Seit 2009 lebt Schwester André im Seniorenheim.

Sie sieht nicht mehr und sitzt im Rollstuhl, beklagt sich aber nicht über körperlicher Beschwernisse, sondern darüber, „dass die Menschen nicht in Eintracht leben können“. Sie hoffe, sagte sie, bald ihre 2018 gestorbene Zwillingsschwester wieder zu sehen: „Sie ruft mich, sie zieht mich. Beten Sie für mich, dass der gute Gott mich nicht mehr zu lange warten lässt. Er übertreibt!“

Quelle: mic.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE